9 Dinge, die Ihr tun könnt, um Eure Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen

Packt Euren Kamm ein und hört auf Menschen darüber zu scheren.

Am liebsten wäre mir ja, wenn wir keine Labels mehr brauchen würden, um die sexuelle Orientierung einer Person zu definieren. Es könnte allerdings noch ziemlich lange dauern, bis es wirklich so weit ist. Zumindest wäre es schon mal toll, wenn wir aufhören würden mit Vorurteilen im Kopf herumzulaufen, denn die bringen einfach niemandem etwas. Passend zum internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie verrate ich Euch, wie Ihr Eure Vorurteile gegenüber Homosexuellen abbauen könnt.

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Klischees sind Klischees und keine Tatsachen.

Klar, an jedem Klischee ist auch etwas dran, sonst wäre es nicht zum Klischee geworden. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass jedes Klischee zutrifft. Klischees über eine bestimmte Gruppe von Menschen solltet Ihr gleich mal vergessen. Verallgemeinerungen sind immer schlecht. Sollte ein Satz in Eurem Kopf mit ‘alle Schwulen sind …’ anfangen, könnt Ihr den Gedanken gleich noch mal neu ansetzen. Es gibt keine eindeutigen Hinweise, an denen man von außen die sexuelle Orientierung eines Menschen erkennen kann. Weder die Art zu sprechen, noch die Art sich zu bewegen sind bei allen Homosexuellen gleich. Umso früher Ihr Euch von Klischees verabschiedet, desto schneller könnt Ihr auch Eure Vorurteile abbauen.

Homosexuelle sind mehr als ihre sexuelle Orientierung.

Homo-, bi- und transsexuelle Menschen sind genauso komplex wie heterosexuelle. Sie haben verschiedene Träume und Ziele und interessieren sich für die unterschiedlichsten Themen. Im Leben von Homosexuellen dreht sich nicht alles nur um ihre sexuelle Orientierung. Die ist nur ein kleiner Bestandteil einer Person, weswegen es nicht fair ist, jemanden nur darauf zu reduzieren.

Informiert Euch.

Wenn Ihr das hier lest, dann macht Ihr schon mal einiges richtig. Informiert Euch, was es bedeutet homosexuell zu sein. Was bedeutet beispielsweise ‘Coming-out’ und wie fühlt es sich an? Es gibt viele Webseiten und Organisationen, bei denen Ihr Euch informieren könnt. Wenn Ihr mehr über Homosexualität erfahrt, werden Eure Vorurteile ganz automatisch irgendwann verschwinden. Natürlich könnt Ihr auch mal ein Buch mit homosexuellen Charakteren lesen oder einen Film (z.B.: ‘Pride’, ‘Milk’) über Homosexuelle im Laufe der Geschichte anschauen.

Verbringt mehr Zeit mit Menschen aus der LGBT-Community.

Wie genau homo-, bi- und transsexuelle Menschen drauf sind, erfahrt Ihr am besten, wenn Ihr einfach ein bisschen Zeit mit ihnen verbringt. Studien haben bewiesen, dass homophobe Menschen meistens nur sehr wenig Kontakt mit Homosexuellen haben. Wenn Ihr Euch mit Menschen aus der LGBT-Community anfreundet, werdet Ihr schnell feststellen, dass Eure Vorurteile oder Ängste gegenüber Homosexuellen absolut überflüssig sind.

Zügelt Euer Ego.

Oft hört man den Satz: ‘Ich hab nichts gegen schwule, solange die mich nicht anmachen.’ Ganz ehrlich Leute, wahrscheinlich seid auch Ihr nicht unwiderstehlich. Genauso wie Ihr nicht auf jeden steht, der das andere Geschlecht hat, finden nicht alle Homosexuellen jeden heiß, der dasselbe Geschlecht hat. Davon auszugehen, dass jeder Homosexuelle Euch anmachen will, ist ein kleines bisschen Selbstverliebt, oder?

Versteht, dass es keine Entscheidung ist, homo-, bi- oder transsexuell zu sein.

Es gibt auch heute noch viele Menschen, die glauben, dass Homosexualität eine Entscheidung ist. Viele denken sogar, dass man diese ‘Entscheidung’ mit einer Therapie rückgängig machen kann. Aber warum sollte sich jemand bewusst dafür entscheiden, homosexuell zu sein? Auch wenn das Leben von Homosexuellen heute viel angenehmer ist, als noch vor einigen Jahren, haben homosexuelle Menschen auch heute noch mit Homophobie zu kämpfen. Auch rechtlich sind hetero- und homosexuelle Menschen noch nicht gleichgestellt. Lesbische und schwule Jugendliche haben eine vier- bis siebenmal höhere Selbstmordrate. Sie werden oft gemobbt, sexuell belästigt und leiden öfter an Depressionen. In vielen Ländern ist Homosexualität illegal und wird mit dem Tod bestraft. Warum genau sollte sich also jemand aussuchen homo-, bi- oder transsexuell zu sein?

Kapiert, dass es nicht nur um Sex geht.

Komischerweise denken alle bei Homosexuellen erst mal an Sex. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass Kinder in der Schule darüber aufgeklärt werden sollen, dass es noch mehr als Heterosexualität gibt, wird von vielen Eltern schnell gesagt, dass sie nicht wollen, dass man mit ihren Kindern über Sex spricht. Dabei geht es doch gar nicht um Sex. Emotionen und Liebe spielen bei Homosexuellen eine genauso große Rolle wie bei Heterosexuellen.

Versucht Euch in die andere Person hineinzuversetzen.

Versucht es mal mit etwas Empathie. Wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn Ihr ständig mit Vorurteilen, Klischees und Abneigung konfrontiert wärt? Eure Heterosexualität gibt Euch gewisse Vorteile, die Homosexuelle nicht haben. Wenn Ihr es schafft, Euch wirklich in eine andere Person hineinzuversetzen, würdet Ihr nicht wollen, dass sie unter Vorurteilen und Diskriminierung leiden muss.

Lernt und benutzt die richtigen Begriffe.

Es ist ja wohl klar, dass ihr ‘schwul’ niemals benutzen solltet, um zu sagen, dass etwas ‘scheiße’ ist. Damit werden Vorurteile nur noch mehr geschürt. Es gibt viele verschiedene Begriffe in der LGBT-Community. Wenn Ihr nicht wisst, welche Begriffe okay sind und welche Ihr besser nicht benutzen solltet, dann fragt am besten einfach nach.

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Dienstag, 17. Mai 2016