Neue Diskussion: Kinderärzte in Deutschland wollen den Netflix-Hit "13 Reasons Why" verbieten lassen

Wenn das durchkommt, dann könnte der Zugang zu den Folgen von "Tote Mädchen lügen nicht" tatsächlich erschwert werden.

Schon kurz nach der Veröffentlichung der Netflix-Serie ‘’13 Reasons Why’’ (‘’Tote Mädchen lügen nicht’’) im März sorgte das Suizid-Thema für ordentlich Zündstoff. Psychologen, Schulen und besorgte Eltern auf der ganzen Welt sahen besonders in der Darstellung ein hohes Risiko für selbstmordgefährdete Jugendliche, es Hannah Baker gleich zu tun. Jetzt geht die Diskussion in eine zweite Runde, denn nun schließen sich auch Ärzte des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte dieser Kritik an und fordern ein Verbot der Serie.

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In einem öffentlichen Statement sagte der Sprecher des Verbands, Dr. Josef Kahl, dass man in der Serie ‘’eine große Gefahr insbesondere für psychisch kranke und labile junge Menschen’’ sehen würde ( via BILD#= ). Deshalb sei das Risiko vorhanden, dass die Geschehnisse in der Serie selbstmordgefährdete Jugendliche zum Nachahmen animieren würden. Außerdem würde Netflix durch die explizite Darstellung des Selbstmords die internationalen Richtlinien zur Darstellung und Behandlung von Suizid missachten.

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Bislang hat sich Netflix noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, verteidigte in der Vergangenheit aber immer wieder die Serie, weil sie mit der Buchadaption auf ein ernstzunehmendes Thema aufmerksam machen wollten. Trotzdem könnte es passieren, dass der Streaming-Dienst die Warnungen erweitert und vielleicht sogar den Zugang zu den einzelnen Episoden, z.B. durch eine Altersfreigabe, erschweren wird, um ein Verbot des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte zu umgehen.

Solltet Ihr mit dem Gedanken spielen Euch das Leben zu nehmen, dann empfehlen wir dringend, Euch Freunden, Familienangehörigen oder professionellen Psychologen anzuvertrauen, denn Suizid ist kein Ausweg! Wenn Ihr lieber anonym bleiben möchtet, dann helfen Euch Spezialsten der TelefonSeelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222, oder alternativ über einen Chat auf www.telefonseelsorge.de. Weitere Beratungsstellen könnt Ihr unter www.suizidprophylaxe.de. finden.

Samstag, 08. Juli 2017