Netflix vs. Cannes: Der Streit geht in die nächste Runde

Netflix will jetzt nichts mehr mit den Filmfestspielen in Cannes zu tun haben. Warum erfahrt Ihr hier:

Letztes Jahr ging das Riesen-Drama um Netflix und den berühmten Filmfestspielen in Cannes los. Der Grund: einige fanden es überhaupt nicht cool, dass Netflix seine beiden Original Produktionen ‘’The Meyerowitz Stories’’ und ’’Okja’’ in den Wettbewerb schicken wollte. ‘’Das sind schließlich keine richtigen Filme. Die laufen ja nicht im Kino’’, sagten sie. Klar, im Kino laufen sie zwar nicht. Es sind aber trotzdem noch ‘’richtige Filme’’, in die harte und liebevolle Arbeit gesteckt wurde. Und sollte es nicht eigentlich darum bei einem Filmwettbewerb gehen?

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Das sehen die Veranstalter der Filmfestspiele in Cannes leider ein bisschen anders und haben mit einer neuen Regelung jetzt dafür gesorgt, dass Netflix auch überhaupt gar keine Chance mehr hat, am Wettbewerb teilnehmen zu können. Dieses Jahr werden nämlich nur noch Filme zugelassen, die auch im französischen Kino gezeigt werden. Hier haben wir schon das erste Problem: Netflix ist ein Streaming-Dienst. Ergo, die Filme werden nicht im Kino gezeigt. Und selbst wenn ein paar der Netflix-Produktionen im Kino laufen würden, dürften sie immer noch nicht beim Filmfestival mitmachen. Denn die zweite Regel besagt, dass ein Film in Frankreich vier Monate im Kino laufen muss, bevor er auf DVD und Blu-Ray rauskommen darf. Zwar zählt Video-on-Demand auch dazu, aber nur, wenn auch pro Film bezahlt wird, also wie zum Beispiel bei Amazon Prime.




Ihr seht, damit haben die Veranstalter von Cannes es Netflix völlig unmöglich gemacht, auch nur versuchen zu wollen, um eine Teilnahme beim Filmwettbewerb zu kämpfen; und das nicht gerade mit fairen Mitteln. Das sieht auch der Netflix-Chef Ted Sarandos so, der in einem Interview sagte: ‘’Wir wollen, dass unsere Filme auf einer fairen Grundlage mit allen anderen Filmemachern konkurrieren. Das ist anscheinend nicht möglich.’’ Die Veranstalter waren zwar so gnädig und haben Netflix angeboten, die Filme außerhalb des Wettbewerbs zu zeigen, was die aber dankend abgelehnt haben: ‘’Sie haben den Ton vorgegeben und behandeln unsere Filme respektlos. Ich denke nicht, dass es gut für uns wäre, dort zu sein.’’

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Es ist natürlich schön, dass es Institutionen wie Cannes gibt, die sich aktiv dafür einsetzten, dass die Leute immer noch ins Kino gehen. Denn egal welche großen Filme Netflix & Co. noch an Land ziehen werden, geht nichts über das Feeling, das man im Kino hat. Trotzdem muss man auch sagen, dass der Wettbewerb in Cannes ein Film-Festival ist, bei dem es um die Liebe zum Film geht. Vielleicht sollten sich die Betreiber deshalb mal überlegen, ob sie den Namen nächstes Jahr nicht einfach in Kino-Festival umändern. Denn darum geht’s ihnen ja anscheinend hauptsächlich …

Donnerstag, 12. April 2018