"RoboCop" im Movie-Check

Was taugt das Kult-Remake mit Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Michael Keaton, Abbie Cornish und Joel Kinnaman? Erfahrt es hier!

Eine Kampfmaschine mit menschlichem Bewusstsein – Das mag in den 80ern nach ferner Zukunftsmusik geklungen haben. In Zeiten von ferngesteuerten Kampfdrohnen und sprechenden Smartphones klingt es eher wie eine Schlagzeile aus der Zeitung von Morgen. “RoboCop” ist eine Neuauflage des gleichnamigen Sci-Fi-Actionfilms von 1987 und erzählt die Geschichte von Polizist Alex Murphy (Joel Kinnaman), der nach einem Attentat auf sein Leben als stählerner Super-Cop wiedergeboren wird.

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Für Robocops Auferstehung ist der mächtige OmniCorp-Konzern zuständig, dessen Geschäftsführer Raymond Sellars Ehefrau Clara (Abbie Cornish) anbietet, ihrem schwer verletzen Mann das Leben zu retten. Natürlich handelt der von Michael Keaton (Tim Burtons “Batman”) gespielte Konzernchef nicht aus reiner Nächstenliebe. Er sieht in Robocop vor allem ein Mittel, um der amerikanischen Bevölkerung seine hochentwickelten Drohnen- und Waffentechnologien schmackhaft zu machen.

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Der Film hat durchaus seine starken Momente, so z.B. wenn Robo-Doktor Denett Norton (Gary Oldman) dem Stahl-Cop zum ersten Mal zeigt, wie viel (bzw. wenig) von seinem menschlichen Körper unter dem Panzeranzug überhaupt noch übrig ist. Auch im weiteren Verlauf legen die Filmemacher den inhaltlichen Schwerpunkt auf Robocops Zwiespalt zwischen dem Leben als Mensch und der Existenz als Maschine. Trotz des emotionalen Fokus bleibt Murphys Beziehung zu Frau Clara und Sohn David (John Paul Ruttan) aber recht blass. Zudem leidet die Spannung unter Murphys Robo-Power: Feindliche Blechmänner und böse Buben werden in den Actionszenen mit einer Frequenz niedergemäht, dass selbst der Terminator kalte Metallfüße bekommen würde – Wirklich gefährlich wird es für den Helden selten.

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In seinen besten Momenten ist “RoboCop” eine gelungene Satire auf die Macht internationaler Großkonzerne und die Konsequenzen technologischer Kriegsführung. In diesem Zusammenhang überzeugt vor allem Samuel L. Jackson als bissiger Nachrichtensprecher Pat Novak, der das Geschehen immer wieder lauthals kommentiert.

Fazit:
Freunde von opulenter Sci-Fi-Action, die auch mal gerne das Köpfchen einschalten, sitzen bei “Robocop” sicherlich nicht im falschen Film. Den Kultfaktor des 80er Originals wird er zwar nicht erreichen, mit dem Fokus auf Murphys Gefühlswelt versucht er sich aber immerhin davon abzuheben.

Donnerstag, 06. Februar 2014