"Monuments Men – Ungewöhnliche Helden": Spannende Schatzsuche oder fader Seniorenausflug?

    Ab heute jagt George Clooney im zweiten Weltkrieg verschleppten Kunstwerken hinterher. Erfahrt hier, ob sich der Kinobesuch lohnt.

    George Clooneys Auftritt auf der Berlinale sorgte wie gewohnt für schmachtende Blicke und schreiende Autogrammjäger. Dass der 52-Jährige in Berlin vorbeischaute, um seinen neuen Film “Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” vorzustellen, geriet dabei schnell in den Hintergrund. Dabei hat der Film durchaus Interessantes zu erzählen: Clooneys Heldentruppe basiert auf einer echten Einheit amerikanischer Kunst- und Architekturexperten, die sich in den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges auf die Suche nach geraubten Kulturschätzen machte – Ständig dabei der Gefahr ausgesetzt, im Zangenangriff zwischen westlichen und östlichen Alliierten zerquetscht zu werden.

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    Clooney (der auch Regie führte) schlüpft im Film in die Rolle von Restaurator Frank Stokes, der die „Art-Boys“ auf ihrer Reise anführt. Unterstützt wird er dabei u.a. von Kurator James Granger (Matt Damon), Architekt Richard Campbell (Bill Murray), Skulpteur Walter Garfield (John Goodman) und Kunstlehrer Jean Claude Clermon („The Artist“-Star Jean Dujardin). Weibliche Hilfestellung gibt es zudem von der französischen Kuratorin Claire Simone (Cate Blanchett). Nach der Landung in der Normandie entpuppt sich die lebensgefährliche Schnitzeljagd schon bald als Wettlauf gegen die Zeit. Denn Hitlers Schergen haben nicht nur den Befehl, zahllose Kunstwerke aus Museen und Privathaushalten mitgehen zu lassen, sondern diese im Falle der deutschen Niederlage auch zu vernichten.

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    Eine Gruppe unscheinbarer Helden, bewaffnet mit Sachverstand statt Muskelkraft, die widerwillig auszieht, um die abendländische Kultur vor dem Untergang zu retten – Das klingt eigentlich nach einer spannenden Geschichte. Leider zündet das Pulver dabei aber nur selten: Für einen Abenteuerfilm fehlt es an Spannung und Tempo, für eine Parodie an einer guten Portion Wortwitz und für ein Kriegsepos an Action und Dramatik – Zufriedenstellend bedient fühlt sich hier am Ende wohl keiner so recht.

    Dass das Geschehen dank vieler Zeitsprünge und Ortswechsel ziemlich zerhackt dahin plätschert, hilft auch nicht unbedingt weiter. Da können dann auch gestandene Schauspieler wie Murray, Goodmann oder Clooney himself nicht mehr viel raus holen – Sorry, aber da haben wir einfach mehr erwartet, George.

    Fazit:
    Trotz großer Stars nicht gerade monumental: Hardcore-Fans von George drücken beide Augen zu und begleiten die ungewöhnlichen Helden in ein eher gemächliches Abenteuer mit kunsthistorischem Bonus. Der Rest lässt lieber nochmal die „Oceans“-Trilogie im DVD-Player rotieren.

    Mittwoch, 19. Februar 2014