Schafft es die Videospielverfilmung "Need for Speed" auf unser Kino-Siegertreppchen?

"Breaking Bad"-Star Aaron Paul tauscht die Meth-Küche gegen das Sportwagen-Cockpit. Konkurrenz für Vin Diesel und seine Raser-Freunde?

Wer an Videospiele denkt, die sich gut für eine Filmadaption eignen, hat wahrscheinlich nicht unbedingt ein Rennspiel wie “Need for Speed” im Kopf. Trotzdem startet jetzt die aufwendige Verfilmung der langlebigen virtuellen Raserei in den Kinos und die Filmproduzenten haben ein besonderes Ass aus dem Ärmel geschüttelt. “Breaking Bad”-Star Aaron Paul wechselt vom Drogen- ins Streetracer-Milieu und feiert so seinen Einstand im Blockbuster-Kino. Aber hat er sich dafür den richtigen Film ausgesucht?

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Tobey Marschall (Aaron Paul) ist Mechaniker und fährt nebenbei gerne mal illegale Straßenrennen. Aus finanzieller Not tut er sich mit dem arroganten Ex-Nascar-Rennfahrer Dino Brewster (Dominic Cooper) zusammen, doch damit beginnt der Ärger für Tobey erst richtig. Dino hängt ihm einen Mord an, für den Tobey einige Jahre ins Gefängnis wandert. Wieder in Freiheit, verlangt es Tobey nur nach einer Sache: Rache. Und die serviert er am liebsten mit 230 Kilometern pro Stunde…

Aaron Paul hin oder her. Die wahren Stars des Films sind die Autos: McLaren, Lamborghini, Bugatti und Ford Mustang – Der Fuhrpark ist so teuer wie exquisit. Fans von haarsträubenden Rasereien freuen sich dementsprechend auf Hochgeschwindigkeitsaction und haarsträubende Stunts. Besonders die Cockpit-Aufnahmen aus der Sicht der Fahrer geben einem dank der tollen 3D-Kameraarbeit das Gefühl, selber am Steuer der Rennboliden zu sitzen. Doch wo der Film in Sachen Inszenierung abhebt, macht er inhaltlich eine Bruchlandung. Tobey fährt ein Rennen, um an einem anderen Rennen teilzunehmen, um einen Freund zu rächen, der bei einem vorigen Rennen ums Leben gekommen ist. – Alles klar? Die Geschichte ist flach und trotzdem merkwürdig verworren. Dialoge und Figuren aus dem Blockbuster-Baukasten helfen da auch nicht gerade weiter.

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Aaron Paul macht auf der großen Leinwand natürlich eine super Figur, Mr. “Yo, Bitch!” kann hier alleine aber nicht alles retten. Wo etwa die letzten beiden Teile der “Fast & Furious”-Reihe mit selbstironischem Humor und einer Besetzung, die inzwischen zur Leinwand-Familie zusammen gewachsen ist, punkteten, klafft bei “Need for Speed” ein großes schwarzes Loch. Und das kann auch nicht durch noch so viele Pferdestärken gestopft werden.

Fazit:
Wem das Herz höher schlägt, wenn er einen Mustang Shelby in feinster 3D-Optik durch die staubige Weite Amerikas rasen sieht, ist mit einem Ticket für diese Spritztour sicherlich nicht falsch bedient. Alle anderen sollten sich überlegen, ob Ihnen zwei Stunden Car-Porn der Eintritt wert ist – Auch wenn Jesse Pinkman am Steuer sitzt.

Mittwoch, 19. März 2014