Rebell mit Grund: "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" weist Spidey seine Grenzen auf

Von Polizei und Erzfeinden gejagt, von der Bevölkerung geliebt: Wieder einmal muss Spider-Man New York City beschützen und trifft dabei auf einen harten Gegner: Seinen größten Fan.

Für manch einen kam der 2012er Reboot der Spider-Man-Reihe viel zu früh, denn die Erinnerungen an die Vorgänger-Trilogie mit Tobey Maguire waren noch mehr als frisch. “The Amazing Spider-Man” konnte Skeptiker dann aber trotzdem überzeugen, was vor allem Darstellerpaar Andrew Garfield und Emma Stone zu verdanken war. Denn Netzschwinger Peter Parker und seine große Liebe Gwen Stacy waren den beiden wie auf den Leib geschnitten. Da die erneute Einführung des Spinnenmannes jetzt aus dem Weg ist, kann sich der zweite Teil der „Amazing“-Reihe endlich komplett neuem Story-Terrain widmen. Doch macht er das auch?

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Peter Parker (Andrew Garfield) genießt es, ein Held zu sein und Zeit mit Freundin Gwen Stacy (Emma Stone) zu verbringen. Doch Spider-Man zu sein, hat auch seinen Preis: Nur er kann die Bewohner New Yorks vor den furchteinflößenden Bösewichten schützen, die die Stadt bedrohen. Als Electro (Jamie Foxx) auftaucht, muss sich Peter einem Gegner stellen, der viel mächtiger ist als er selbst. Und als sein alter Freund Harry Osborn (Dane DeHaan) zurückkehrt, erkennt Peter, dass alle seine Feinde eines gemeinsam haben: OsCorp.

Natürlich bietet auch der neuste Spider-Man-Film in Sachen Actionszenen das Spektakulärste, was Hollywood zu bieten hat, neigt aber wie viele Blockbuster der letzten Zeit zum Special-Effect-Overkill. Die wahre Stärke des Films liegt aber sowieso in der Besetzung der Figuren. Andrew Garfield erweckt allein mit seiner witzigen Körpersprache den flapsigen Helden zum Leben, während Emma Stone dessen Freundin Gwen Stacy so liebenswert wie aufgeweckt verkörpert. Neuzugänge Jamie Foxx und Dane DeHaan (“The Place Beyond The Pines”) trumpfen ebenfalls stark auf. So stark, dass sie sich fast schon wieder gegenseitig das Wasser abgraben.

Ein Superschurke weniger hätte dem Film durchaus gut getan, der trotz einer Laufzeit von weit über zwei Stunden mitunter sehr gehetzt wirkt. Inhaltlich werden bekannte Spidey-Themen wie Liebe, Verantwortung, Freundschaft und Verrat abgehandelt. Das mag nicht besonders innovativ sein, langweilt in diesem Falle aber auch nicht. Im Kontrast dazu ist das Ende des Films aber umso erinnerungswürdiger und für das weitere Leben der Superspinne von großer Bedeutung.

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Fazit:
„Rise of Electro“ hat alles, was sich Spider-Man-Fans von ihrem Lieblingshelden wünschen: Rasante Actionszenen, viel Humor, tragische Gegenspieler und eine ordentliche Portion Herzschmerz. Alles in allem ächzt der Film aber unter dem Gewicht seiner Einzelteile, da vieles nur im Vorbeigehen abgehandelt wird. Einen Pluspunkt gibt es für das kompromisslose Finale.

Mittwoch, 16. April 2014