Missbrauchsvorwürfe gegen X-Men-Regisseur Bryan Singer wirken sich auf Film-Marketing aus

Der 48-Jährige Filmemacher soll vor 15 Jahren einen minderjährigen Jungen auf einer Party vergewaltigt haben.

Seit letzter Woche wurden Missbrauchsvorwürfe gegen Hollywood-Regisseur Bryan Singer laut, die besagen, der Filmemacher habe 1999 einen Minderjährigen auf einer Party sexuell belästigt und anschließend vergewaltigt. Der heute 31 Jahre alte Michael F. Egan III wirft Singer und weiteren einflussreichen Hollywood-Akteuren vor, den damaligen Nachwuchsschaupieler nach eigenen Aussagen ausgenutzt, missbraucht und anschließend ihn und seine Familie bedroht zu haben. Im Mittelpunkt der Anklageschrift stehen dabei Partys, die speziell dazu veranstaltet worden sein sollen, um Leute aus dem Hollywood-Showbiz mit unter Drogen gesetzten minderjährigen Jungen zusammen zu bringen.

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Bryan Singer und sein Anwalt streiten die Vorwürfe vehement ab und wittern laut eigenen Aussagen ein abgekartetes Spiel. Denn in einigen Wochen kommt „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ in die Kinos, bei dem der 48-Jährige Regie führte. Laut Singers Anwalt wolle der Kläger nur die Aufmerksamkeit durch den Filmstart für sich ausnutzen. Es gäbe zudem über 100 Zeugen sowie zahlreiche Dokumente, die beweisen würden, dass sich Singer zur Zeit des angeblichen Missbrauchs am Set des ersten X-Men-Films befand.

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Erste Auswirkungen hat der Prozess aber jetzt schon: Bei einer Promo-Veranstaltung für den neuen X-Men-Film erschien der Regisseur am Wochenende nicht wie ursprünglich angekündigt. Ein US-Fernsehsender hat zudem Werbespots für eine neue Serie zurückgezogen, die mit dem Namen des Filmemachers geworben haben. Die Vorwürfe gegen Singer sind nicht die ersten ihrer Art, die in Hollywood laut werden. Auch die ehemaligen Kinderdarsteller Corey Feldman und Corey Haim sollen nach eigenen Angaben mehrfach missbraucht worden sein.

“Hollywood hat ein Problem mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Dies ist der erste von vielen Fällen, die ich für die Opfer bestreiten werde, um ihnen zu helfen, und, um auf dieses Problem hinzuweisen”, so der Anwalt des jetzt klagenden vermeintlichen Opfers.

Dienstag, 22. April 2014