Erfolgreich und auf der Flucht: Die Muppets sind "Most Wanted"

Kermit und seine Entourage machen wieder das Kino unsicher. Dieses Mal geht es quer durch Europa bis ins kalte Sibirien.

Zu Zeiten computergenerierter Animationshits aus den Wunderschmieden von Pixar und Dreamworks Animation wirken die Muppets auf den ersten Blick wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Doch weit gefehlt, denn Kermit und seine Handpuppen-Freunde sorgten mit ihrem schlicht “Die Muppets” betitelten Kino-Comeback 2011 für Begeisterungsstürme beim Publikum. Handbetrieb und Knopfaugen sind also weiterhin angesagt und mit “Most Wanted” steht jetzt die unvermeidbare Fortsetzung vor der Tür. Unterstützung bekommt das Puppen-Varieté dieses Mal von der britischen Ulknudel Ricky Gervais (“The Office”), US-Fernsehstar Tina Fey (“30 Rock”) sowie Emmy-Gewinner Ty Burrell (“Modern Family”).

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Der weltweit berüchtigte Superschurke Constantine – Kermit wie aus dem Froschgesicht geschnitten – plant gemeinsam mit seinem hinterlistigen Handlanger Dominic (Ricky Gervais) einen neuen bitterbösen Coup: Er will unter dem Deckmantel der in Europa tourenden Muppet Show mit dem spektakulärsten Juwelenraub aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Nach einem geschickt eingefädelten Rollentausch findet sich Kermit in einem russischen Knast wieder, einer leicht verrückten Gefängniswärterin (Tina Fey) hoffnungslos ausgeliefert. Doch es bleibt die Hoffnung, dass Miss Piggy, das Tier, Fozzie Bär, Gonzo und Co. dem falschen Kermit doch noch auf die Schliche kommen…

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Auch über 30 Jahre nach ihrer Geburt können es die liebenswerten Handpuppen von Jim Henson und Frank Oz (die Hand von letzterem erweckte übrigens auch Jedimeister Yoda in der klassischen „Star Wars“-Trilogie zum Leben) locker mit dem Charme von heutigen Computeranimationen aufnehmen. Schade, dass die Macher in einigen aufwendigeren Szenen ihre Handpuppen dann doch gegen CGI-Figuren austauschen, die hier im Kontrast eher deplatziert wirken. Zudem ist der Diebstahl-Plot des Films wenig originell und wirkt relativ beliebig bei großen Filmvorbildern wie “Oceans Eleven” oder “The Italian Job” – ja, das muss jetzt sein – zusammen geklaut. Deutsche Kino-Fans können sich immerhin auf den kurzen Gastauftritt eines hiesigen Filmstars freuen (oder auch nicht, je nachdem was man von ihm hält)

Fazit:
Die Muppets sind alte Show-Biz-Veteranen und wissen dementsprechend, wie man das Publikum zwei Stunden lang unterhält: Die gewohnte Mischung aus Gags, Gesang und Tanz hält auch in „Most Wanted“ die meiste Zeit bei Laune, insgesamt fehlt es der Fortsetzung aber an frischen Ideen und Überraschungen. Ein kleines Highlight sind Gulag-Wächterin Tina Fey und ihre Tanzbein-schwingenden Insassen (haltet die Augen auf nach Mr. Machete himself Danny Trejo!)

Dienstag, 29. April 2014