Haushohe Erwartungen: Wird „Godzilla“ seinem Ruf als König der Kinomonster gerecht?

Japans populärste Riesenechse ist zurück und sie hat „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston und „Kick-Ass“-Held Aaron Taylor-Johnson als Begleitung mitgebracht.

Darum geht’s: __*„Godzilla“* ist die filmische Wiedergeburt des meistverehrten Monsters der Kinogeschichte. Der Wissenschaftler Dr. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe) und Erdbebenexperte Joe Brody (Bryan Cranston) drohen im Angesicht titanischer Naturgewalten zu verzweifeln. Joes Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) nimmt es derweil selber in die Hand, gegen die Urzeitmonster in die Schlacht zu ziehen. Doch kann der junge Familienvater und Berufssoldat gegen die gigantischen Ungetüme überhaupt etwas ausrichten? __

>>> Noch mehr Zerstörungswut gibt es im neuen Trailer zu "Transformers: Ära des Untergangs"

1954 erschuf der japanische Regisseur Ishirō Honda mit Godzilla ein Monster, dass die japanische Bevölkerung auf phantastische Weise mit dem Atombomben-Trauma von Hiroshima und Nagasaki konfrontierte. Das aktuelle Remake greift diese Katastrophen-Thematik gekonnt auf und inszeniert die Riesenechse als Metapher auf die Gewalten der Natur (Erdbeben und Tsunamis) und die Gefahren zweifelhafter wissenschaftlicher Errungenschaften (Kernenergie). Nicht zufällig wecken die Bilder eines einstürzenden japanischen Atomkraftwerks zu Beginn des Films Erinnerungen an die nukleare Katastrophe von Fukushima aus dem Jahr 2011.

Der britische Regisseur Gareth Edwards („Monsters“) versteht es, Godzilla und seine Artgenossen spektakulär in Szene zu setzen – Nämlich aus der Froschperspektive der machtlosen Menschen. Die Wolkenkratzer-großen Kreaturen wirken auf der Kinoleinwand deshalb umso eindrucksvoller und liefern sich einige der imposantesten Kämpfe der Kinogeschichte. Leider braucht der Film etwas, bis er in die Gänge kommt, was vor allem an der wenig prickelnden Vater-Sohn-Geschichte im ersten Drittel liegt. Einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt zudem, dass sich einige Sequenzen wie ein Imagefilm der U.S. Army anfühlen. Wenn sich sogar Panzer als machtlos gegen die Urzeitmonster erweisen, warum pirschen dann die Soldaten am Ende immer noch mit geschulterten Sturmgewehren durch die Stadtruinen, anstatt die schweren Dinger einfach wegzuwerfen? Und dienen in den Streitkräften der USA (hier ein totaler Boys Club) nicht inzwischen auch Frauen? – Naja, Hollywood eben.

>>> Mehr Frauenpower gefällig? Checkt den Trailer zu "Lucy" mit Scarlett Johansson

Mein Fazit
“Godzilla“ hat mich etwas zwiegespalten im Kinosessel zurückgelassen. Der Film bietet unglaublich stimmungsvolle Endzeit-Bilder und superb inszenierte Monster-Fights. So grandios und gekonnt wurden selten Städte zu Staub und Landstriche zu Geröllwüsten verarbeitet. Gestört haben mich allerdings die flachen Figuren, die kein Klischee-Fettnäpfchen auslassen und unnötig langes zwischenmenschliches Drama, das zusehends in Schmalz abdriftet. Wer aber vor allem wegen großartiger Bilder und dichter Atmosphäre ins Kino geht, dem kann ich den neuen König der Monster trotz allem ans Herz legen.

Samstag, 17. Mai 2014