Ist "Sin City 2: A Dame To Kill For" ein Film, für den es sich zu töten lohnt?

  • Daumen hoch: Tolle 3D-Optik – „Sin City 2“ wurde mit 3D-Kameras gedreht und das sieht man den fertigen Film auch an. In die düstere Noir-Stadt kann man geradezu eintauchen.

  • Daumen hoch: Eva Green – Die Brünette war bereits das Highlight von „300 Rise of an Empire“ und überzeugt auch hier als verführerische Femme Fatale auf ganzer Linie.

  • Daumen runter: Mäßige Story – Der Mittelteil zieht sich wie Kaugummi, die beiden anderen Geschichten über Glücksritter Johnny (Joseph Gordon-Levitt) und Stripperin Nancy (Jessica Alba) kommen viel zu kurz.

  • Daumen runter: Schwache Action – So bald es rund geht, hat man das Gefühl, die Filmemacher haben den kompletten Streifen vor einem Greenscreen in der heimischen Garage gedreht. Die Szenen fühlen sich einfach klein und undynamisch an.

  • Daumen runter: Sex doesn't always sell – Jessica Alba das Xte mal bei einem Table-Dance zu zugucken oder Eva Green sich nackt in Pool, Bett oder auf dem Teppich räkeln zu sehen, ist irgendwann tatsächlich nicht mehr sexy, sondern nur noch stumpf.

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    Seit fast einem Jahrzehnt heiß erwartet: Kult-Regisseur Robert Rodriguez, Comic-Zeichner Frank Miller und ein Großaufgebot an Stars legen im Kino endlich nach. Ist die Fortsetzung von "Sin City" ein Must-See?

    Darum geht’s:
    Seitdem Dwight (Josh Brolin) vor einigen Jahren das Leben von Miho (Jamie Chung) rettete, will er sich jeglichen Ärger vom Leib halten – bis ihn seine schöne Ex-Freundin Ava (Eva Green) kontaktiert, die ihm einst das Herz brach und mit einem anderen durchbrannte. Doch Dwight muss nach kurzer Zeit feststellen, dass man in einer Stadt wie Sin City selbst einer Dame in Not nicht vertrauen kann…

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    Als “Sin City” im Jahr 2005 erschien, schlug der coole reduzierte Schwarz-Weiß-Look in Verbindung mit der düsteren Atmo und den verrückten Figuren ein wie eine Bombe. Nie zuvor wurde ein Comic so authentisch und kompromisslos für die Leinwand umgesetzt. Gut ein Jahrzehnt später saugen einen die stylischen Bilder der Fortsetzung “A Dame To Kill For” zunächst sofort wieder in die so brutale wie verführerische Noir-Stadt.

    Durch den tollen Einsatz der 3D-Optik wird dieser Effekt sogar noch verstärkt. So wabbert der Zigarettenrauch einer verrauchten Bar praktisch aus der Leinwand heraus, als könnte man ihn gleich selber wegpusten. Leider fällt der Film inhaltlich gegenüber dem ersten Teil aber deutlich ab, was vor allem an der unglücklich verschachtelten Episoden-Erzählung liegt. Und selbst der grandiose Look bekommt im Laufe des Films einige Kratzer ab. Gerade in den Action-Szenen merkt man, dass Jessica Alba, Josh Brolin und ihre Kollegen in Wahrheit nur auf einer kleinen Studiobühne herum hüpfen und der Rest der Filmwelt erst nachträglich um sie herum im Computer erschaffen wurde.

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    Mein Fazit:
    Die Zutaten sind wieder alle da, aber so gut geschmeckt hat es mir dieses Mal leider nicht: Neben einer zähen Erzählweise und technischen Kratzern im optischen Lack, kocht das Regie-Duo Rodriguez und Miller zum Teil auch zu heiß: Jessica Alba das Xte mal bei einem Table-Dance zu beobachten oder Eva Green sich nackt in Pool, Bett oder auf dem Teppich räkeln zu sehen, ist irgendwann tatsächlich nicht mehr sexy, sondern nur noch stumpf. Die super harten Kerle, die den Reizen dieser Damen anscheinend komplett ausgeliefert sind, tun einem dann auch einfach nur noch Leid. Und dann wird “Sin City” etwas, was es nie sein sollte: lächerlich.

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    Sonntag, 21. September 2014