Warum die Politik über eine scharfe Pflichtberatung für Tattoos wie bei Abtreibungen nachdenkt

Braucht die Entscheidung für Tätowierungen strengere Regeln? Sollten Tattoos stärker reguliert werden?

Ein Tattoo will eine wohl überlegte Sache sein. Schließlich bleibt es für immer. Mittlerweile möchte aber auch die Politik mitreden und die Regulierung von Tätowierungen verschärfen. CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann hält laut dem Tagesspiegel ‘’gesundheitlich riskant’’. U.a. kenne man die Langzeitfolgen von Tätowiertinte nicht, die unter die Haut gestochen wird. Besonders riskant ist dabei farbige Tinte, die teilweise für andere zwecke (Druckertinte, Autolack) hergestellt wird. Weiterhin brauche man derzeit keine Lizenz oder abgeschlossene Ausbildung, um zu tätowieren. Eine einfache Gewerbeanmeldung reicht. Ein ‘’Tattoo-Gipfel’’ mit veschiedenen Wissenschaftlern, Politikern, Herstellern und Verbänden ist daher für November in Planung. Es wird über eine Pflichtberatung und Beratungszeit zwischen Buchungs- und Tätowiertermin nachgedacht, wenn nicht sogar schärfere Regelungen. Somit wäre man auf einem ähnlichen Level wie bei Abtreibungen und Schwangerschaftsabbrüchen.

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Mag sein, dass Tattoos nicht riskantfrei sind. Und natürlich muss man vorher genug aufgeklärt werden und sich selbst auch informieren. Doch leider werden hier viele Fakten einfach außer Acht gelassen: In jedem seriösen Tattoostudio wird man ausreichend über alle Risiken und Folgen informiert, es werden Pflegehinweise gegeben und man muss sogar eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass es sich hierbei um einen invasiven Eingriff handelt. Und einen ausführlichen Beratungstermin gibt es sowieso. Außerdem werden Studios regelmäßig vom Gesundheitsamt auf Hygiene kontrolliert. Und dass die Entscheidung, sich unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder ‘’einfach auf der Straße’’ tätowieren zu lassen, sowieso total blöd ist, weiß wohl jeder.

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Warum werden bspw. Zigaretten nicht stärker reguliert? Tabakkonsum fördert nachweislich Lungenkrebs, Alkoholkonsumenten haben ein höheres Risiko, an Lebererkrankungen zu erkranken. Und auch in gewöhnlichem Haarfärbemittel sind gefährliche, chemische Inhaltsstoffe enthalten, die zu Irritationen und Allergien führen können.
Tätowierungen werden leider noch immer stark stigmatisiert und mit negativen Eigenschaften verbunden. Natürlich ist es wie gesagt wichtig, sich ausreichend selbst zu informieren und beraten zu lassen, doch letztlich finde ich, dass Tattoos ein Ausdruck seiner eigenen Persönlichkeit sind und der eigenen Entscheidung unterliegen. Ohnehin muss man schon teilweise ewig auf einen Tätowiertermin warten. Weiterhin gibt es mittlerweile unbedenkliche vegane Tätowiertinte auf reiner Pflanzenbasis. Seriöse Tattoostudios halten sich weiterhin auch an die Hygienevorschriften, sodass Risiken von Infektionen etc. kaum möglich sind.
Also: Mehr Aufklärung: Ja. Krassere Einschränkungen: Bitte nicht. Was denkt Ihr?

Dienstag, 07. August 2018