Kleider machen Leute? Primark Pre-Opening Party am Berlin Alexanderplatz

VIVA Modezirkus Gastbloggerin Yoyó hat heut Morgen exklusiv vor Eröffnung der neuen Filiale einen ersten Blick gewagt und fragt sich: Brauchen wir wirklich einen neuen Primark?

Heutzutage kommt man nicht am Textilgiganten Primark vorbei. Die neuste Filiale hat heute in Berlin am Alexanderplatz eröffnet und ich, Yoyó, war exklusiv vor der Eröffnung beim Pre-Opening dabei, um die Lage vor Ort zu checken.
Schon am Bahnhof konnte ich die laute Musik vom Primark Bus hören. Überall liefen Mitarbeiter mit blauen Ballons herum und verteilten kostenlos Wasser an Passanten. Bei der Sonne eigentlich gar keine schlechte Idee. Direkt neben dem Park Inn Hotel erstreckt sich das Geschäft über drei Etagen und schon um 9:30 warteten die ersten Kunden vor dem Einlass. Die offizielle Eröffnungszeit war gegen 11:30.

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Im Geschäft war ich über den großen Andrang verwundert. Überall waren Mitarbeiter, Caterer, Blogger, Presseleute, Fotografen, natürlich alle zwischen Kleiderstangen und Regalen. Nach der Eröffnungsrede wurden wir in verschiedenen Gruppen eingeteilt und im Shop herumgeführt. Ich war wirklich erstaunt, wie groß und verschachtelt der Laden war, auf den ersten Blick fand ich es aber strukturierter als die erste Filiale in Steglitz.

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Nach dem Rundgang konnten wir den Laden auf eigene Faust erkunden. Was mir als erstes auffiel? Natürlich die Preise. Mir war schon vorher bewusst, dass Primark sehr billig ist, aber hättet Ihr einen Schal für 1€ oder ein Print-Shirt für 3€ erwartet? Im Schuhbereich waren die Klimaanlagen aufs Maximum gestellt, sodass man sie sogar hören konnte. Warum? Wegen dem unangenehmen Plastikgestank, welchen sie eher schlecht als recht verdecken konnten. Genauso war es bei den Taschen und spätestens dann wollte ich so schnell wie möglich aus dem Geschäft. Bei den vielen Menschen, die den Eingang versperrten, war das aber eine “Mission Impossible”.

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Klar, Primark wirbt mit seinen kleinen Preisen und trendigen Sachen. Die Klamotten sind auch alle sehr cool und trendy und ich bin beeindruckt, dass jede Woche (!) neue Teile designt und produziert werden. Doch diese Dumpingpreise erreicht man natürlich nur durch extreme Massenproduktion, bei der auch gern mal Qualität und gerechte Arbeitsbedingungen vergessen werden. Dabei weiß ich auch, dass 200€ monatliches Gehalt für uns in Deutschland pure Ausbeutung, aber in Dritte Welt Ländern vielleicht eine ausreichende Bezahlung sind. Aber unmenschliche Bedingungen, wie sie wieder vor einigen Tagen im Netz viral gingen, rechtfertigt selbst die höchste Geldsumme nicht.

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Das Event an sich war schön (auch wenn ich diese ständigen “Primark, Primark!”-Ausrufe von Mitarbeitern und Kunden sehr merkwürdig fand) und es wurde sich auch lieb um uns gekümmert. Dennoch finde ich, dass man sich fünf mal überlegen sollte, ob man das zehnte blaue T-Shirt braucht, nur weil es so günstig ist. Ich weiß, dass die meisten von Euch nicht so viel Geld für neue Kleidung zur Verfügung haben und auch ich muss sparen, um mir das eine oder andere Teil gönnen zu können. Aber mal ernsthaft: Braucht man wirklich Klamotten, die nach dem ersten Waschgang überall Löcher haben? Natürlich sind gerechte Arbeitsbedingungen auch bei teurer Kleidung nicht garantiert, aber ich möchte Euch dazu ermahnen, mal einfach Euer Konsumverhalten zu überdenken und auch nachzuforschen, woher die Marke X und Y herkommt und produziert. Jeder Anfang ist ein Schritt zur Besserung.

Donnerstag, 03. Juli 2014