Kanye West

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Kanye West

(The New) Workout Plan

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Bio

Kanye Omari West (* 8. Juni 1977 in Atlanta, Georgia) ist ein US-amerikanischer Rapper, Sänger, Musikproduzent und Modedesigner. Aufgewachsen ist er im Bezirk South Shore von Chicago, Illinois.

Kanye Wests Karriere begann mit Musikproduktionen für den Rapper Jay-Z, an dessen erfolgreichem Album The Blueprint er maßgeblich mitwirkte. Auch mit dem Sänger John Legend sowie dem Rapper Common, beide bei seinem Plattenlabel GOOD Music unter Vertrag stehend, arbeitete West eng zusammen. Seit Ende 2003 veröffentlicht er zudem eigene Singles und Alben, auf denen er als Rapper und Produzent gleichermaßen in Erscheinung tritt.

West gilt als einer der prägendsten Musiker der Hip-Hop- und Popmusik der 2000er Jahre. Charakteristisch ist vor allem sein oft auf Samples basierender Produktionsstil, der elektronische und akustische Musik kombiniert. Beeinflusst unter anderem von Soul, Klassik und Electronica, war West mit seiner Musik entscheidend an der Entwicklung der Hip-Hop-Subgenres Chipmunk Soul und Hipster-Rap beteiligt. Seine Raptexte sind zumeist selbstbezogen, enthalten aber des Öfteren politische und gesellschaftskritische Anspielungen.

Mit weltweit über 14 Millionen verkauften Soloalben und 21 Grammy Awards sowie einem Jahreseinkommen von bis zu 30 Millionen US-Dollar

Leben und Karriere

Frühe Jahre

Kanye West wuchs allein mit seiner Mutter Donda auf, hatte aber regelmäßig Kontakt zu seinem Vater. Donda West war Professorin für Anglistik an der Clark Atlanta University. Nachdem sie sich von ihrem Mann Ray, einem ehemaligen Black Panther, getrennt hatte und nach Chicago gezogen war, wurde sie Vorsitzende des Anglistik-Fachbereichs an der Chicago State University. Über die Erziehung ihres Sohnes schrieb sie 2007 das Buch Raising Kanye: Life Lessons from the Mother of a Hip-Hop Superstar.

In der dritten Klasse begann Kanye West zu rappen. Beeinflusst wurde er vor allem von Run-D.M.C. und Public Enemy, später von The Pharcyde

Nach seinem High-School-Abschluss im Jahr 1995 besuchte Kanye West die American Academy of Art und die Chicago State University; auf Drängen seiner Mutter sollte er mindestens einen Abschluss machen,

Karrierebeginn und Unfall

Wests Karriere in der Musikindustrie begann Ende der 1990er Jahre; unter anderem produzierte er Stücke für kommerziell erfolgreiche Alben der Rapper Jermaine Dupri und Foxy Brown. Durch seinen Kontakt zu Beanie Sigel lernte er Jay-Z kennen, mit dem West seitdem regelmäßig zusammenarbeitet. Erste Bekanntheit erlangte der Musiker 2001 durch seine Arbeit an mehreren Songs auf Jay-Zs Album The Blueprint, darunter die Top-Ten-Single Izzo (H.O.V.A.). The Blueprint war drei Wochen auf Platz eins der US-Charts; Kritiker lobten vor allem die vom klassischen Soul beeinflusste Musikproduktion.

Im darauffolgenden Jahr produzierte Kanye West unter anderem Get By von Talib Kweli und 03 Bonny & Clyde von Jay-Z und Beyoncé Knowles. Für das erstere Lied verwendete er Teile des Stückes Sinner Man von Nina Simone, für letzteres den Song Me and My Girlfriend von 2Pacs Album The Don Killuminati: The 7 Day Theory. Seine „Beats“ verkaufte er für ungefähr 90.000 Dollar. Kurz darauf nahm ihn der damalige CEO Damon Dash bei Roc-A-Fella Records unter Vertrag.

Im Oktober 2002 erlitt West einen Autounfall, nachdem er zuvor bis spät in der Nacht in einem kalifornischen Studio gearbeitet hatte. Er kam mit einer dreifachen Kieferfraktur in das Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles. West meinte später, dass dieses Erlebnis sein Leben verändert habe, Bereits drei Wochen nach dem Unfall nahm er das Stück Through the Wire auf, in dem er, noch mit einem verdrahteten Kiefer rappend, den Vorfall verarbeitete.

The College Dropout und Late Registration

2003 produzierte West unter anderem die Hits Stand Up für Ludacris (Platz eins in den Billboard Hot 100) und You Don’t Know My Name für Alicia Keys (Platz drei). Zudem veröffentlichte er mehrere Mixtapes unter eigenem Namen. Im September des Jahres erschien Through the Wire als Wests erste Solosingle und erreichte Rang 15 der US-Charts. Für die Kosten des dazugehörigen Musikvideos kam er selbst auf. Ende des Jahres erschien Slow Jamz, ein Tribut an klassische Slow Jams, in Zusammenarbeit mit Twista und Jamie Foxx. Offiziell Twistas Single, erreichte das Lied im Februar 2004 die Spitzenposition der Billboard Charts. Für alle drei Künstler war es der erste Nummer-eins-Erfolg. In der Folge schrieb Kanye West mit Janet Jackson drei Lieder für ihr Album Damita Jo und in Zusammenarbeit mit der Sängerin Brandy entstand die Single Talk About Our Love. Mit der deutschen Produzentin Melbeatz arbeitete West an einem Stück für ihr Album Rapper’s Delight

Aufgrund eines bereits vorab in Umlauf gekommenen Bootlegs nahm West große Teile seines Debütalbums The College Dropout, mit dem er thematisch unter anderem seinen Schulabbruch verarbeitete, neu auf.

Ab August 2004 ging Kanye West als Opening Act auf Tournee mit Usher. Im selben Jahr gründete er das Plattenlabel GOOD Music; GOOD ist ein Apronym für Getting Out Our Dreams. Unter anderem stehen die Musiker John Legend, Common, Kid Cudi, Mr Hudson und seit 2010 Mos Def unter Vertrag. Die ersten Veröffentlichungen des Labels waren Legends erfolgreiches Debütalbum Get Lifted und Be von Common. West war an der Produktion beider Alben beteiligt, für Be produzierte er neun von elf Songs. Daneben steuerte er einen Song zu Mariah Careys Album The Emancipation of Mimi bei und war in die Arbeit an Leela James’ Debütalbum involviert.

Zugleich arbeitete er an seinem zweiten Album Late Registration, das Ende August 2005 erschien und sich auf Anhieb auf Rang eins der Billboard 200 platzierte. West schrieb die Musik mehrerer Stücke gemeinsam mit dem Multiinstrumentalisten und Produzenten Jon Brion, der zuvor an der Seite von Künstlern wie Aimee Mann und Fiona Apple in Erscheinung getreten war. Nach der ersten Single Diamonds from Sierra Leone erschien noch vor dem Album das Lied Gold Digger. Jamie Foxx, der damals gerade für seine Rolle als Ray Charles im Film Ray große Anerkennung erhalten hatte, interpretierte dafür Charles’ Gesang und den Text dessen Stückes I Got a Woman. Gold Digger hielt sich zehn Wochen an der Chartspitze in den USA und erhielt mehrere Auszeichnungen. Mit der von Just Blaze produzierten Single Touch the Sky enthielt das Album erstmals ein nicht von West produziertes Stück. Im dazugehörigen Musikvideo spielt West eine dem Stuntman Evel Knievel nachempfundene Figur. Dieser verklagte den Musiker, da das „vulgäre und anstößige“ Video seiner Reputation schade. Tage vor Knievels Tod einigten die beiden sich außergerichtlich.

Ende 2005 ging er auf seine erste Solo-Tournee namens Touch the Sky Tour, die von der Sängerin Keyshia Cole und der American-Idol-Gewinnerin Fantasia eröffnet wurde; zudem trat Common bei einigen Konzerten auf. 2006 arbeitete der Musiker unter anderem mit Diddy, Nas und The Game zusammen. Für den Film Mission: Impossible III nahm Kanye West zusammen mit Twista und Cole – damals ebenfalls bei GOOD Music unter Vertrag – das Lied Impossible auf, das während des Abspanns des Films zu hören ist. Im Juni 2007 gründete er mit Lupe Fiasco und Pharrell Williams die Supergroup Child Rebel Soldier. Zusammen veröffentlichten die drei das auf einem Radiohead-Sample basierende Lied Us Placers, das vom US-amerikanischen Musikmagazin Rolling Stone zu einem der besten Songs des Jahres 2007 gewählt wurde. Die Pläne, ein gemeinsames Album namens The God Unwilling herauszubringen, setzte die Gruppe nicht um; neben Us Placers wurde lediglich ein Remix zur N.E.R.D-Single Everyone Nose sowie 2010 ein weiterer Song unter dem Bandnamen veröffentlicht. Ende Juli erschien Commons Album Finding Forever, das erneut größtenteils von Kanye West produziert wurde.

Anlässlich des Weltwassertags nahm West im März 2007 mit seinem Vater an einem wohltätigen Walk for Water in Maryland teil. Anfang Juli 2007 trat der Rapper bei den Benefizveranstaltungen Concert for Diana und Live Earth auf; 2005 hatte er bereits an Live 8 teilgenommen.

Graduation und 808s & Heartbreak

Im September 2007 erschien Wests drittes Album Graduation. Da 50 Cents Album Curtis am selben Tag auf den Markt kam, schrieben die Medien von einem „HipHop-Showdown“.

Vorab waren die Singles Can’t Tell Me Nothing und Stronger veröffentlicht worden. Stronger, auf einem Sample von Daft Punk basierend, erreichte weltweit Spitzenplatzierungen und erhielt drei Platin-Schallplatten. Das Lied gehört ebenso wie Homecoming mit Chris Martin (auch auf Graduation) zu Wests erfolgreichsten Singles in Deutschland. 2008 erhielt der Rapper vier Grammys, darunter das dritte Mal in Folge für das Best Rap Album, während er – ebenfalls das dritte Mal in Folge – in der Kategorie Album of the Year verlor. Neben Stronger waren vor allem die dritte Single Good Life mit T-Pain und das dazugehörige, von Justice’ D.A.N.C.E. beeinflusste Video künstlerische Erfolge. Seine Premiere feierte der Song in einer Folge der HBO-Fernsehserie Entourage, in der Kanye West auch selbst auftrat.

Für November 2007 plante der Rapper eine eigene Modekollektion namens Pastelle zu veröffentlichen;

Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte West ein hauptsächlich aus Fotografien bestehendes Buch über die Tournee. Sein literarisches Debüt hatte er kurz zuvor mit dem Buch Thank You and You’re Welcome gegeben, das philosophische Anekdoten enthält, die auf Wests Erlebnissen basieren. Die dritte Buchveröffentlichung Through the Wire handelt von seinen Raptexten und enthält dazu passende Illustrationen von Bill Plympton, der 2005 bereits ein animiertes Video zu Wests Single Heard ’Em Say gedreht hatte.

Während der Tournee produzierte der Musiker für Michael Jackson den Remix Billie Jean 2008 zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung von Thriller. Für das Stück Beat Goes On von Madonnas Album Hard Candy nahm Kanye West einen Gastpart auf und neben Estelle war er in dem sehr erfolgreichen Song American Boy zu hören. Auch an Lil Waynes Tha Carter III war West beteiligt. Im Juli 2008 wurde in der US-amerikanischen Ausgabe von MTV eine Show namens Chose or Lose & Kanye West Present: Homecoming ausgestrahlt, in der der Rapper drei aus dem Irakkrieg zurückgekehrte Soldaten besuchte und beschenkte.

Bei den MTV Video Music Awards 2008 stellte West den Song Love Lockdown als erste Single aus dem im November 2008 veröffentlichten Album 808s & Heartbreak vor. Mit dem Stück probierte er sich erstmals als Sänger. Love Lockdown hielt sich siebzehn Wochen in den Media-Control-Charts, mit Platz acht als Wests bisher höchster Chartposition in Deutschland. Die weltweiten Verkaufszahlen von 808s & Heartbreak blieben allerdings hinter denen der vorherigen Werke zurück; auch die Kritiker bewerteten das Album höchst unterschiedlich. Musikalisch und inhaltlich war 808s & Heartbreak beeinflusst von Wests Trennung von Phifer und vom Tod seiner Mutter Donda im November 2007 infolge einer Schönheitsoperation. Bei den Grammy-Verleihungen im Februar 2008 sang Kanye West ihr zu Ehren das Lied Hey Mama; der letzte Song auf 808s & Heartbreak, Coldest Winter, ist ihr gewidmet.

Ebenfalls 2008 spielte West sich selbst in Mike Myers’ Komödie Der Love Guru. Erstmals war er 2006 in der Musikdokumentation Dave Chappelle’s Block Party im Kino zu sehen gewesen.

Im Dezember 2008 ließ der Rapper verlauten, dass er sich, vorerst als Praktikant, stärker dem Modedesign zuwenden und dafür nach London ziehen wolle;

Gemeinsam mit dem Spoken-Word-Künstler Malik Yusef arbeitete West an dem Album G.O.O.D. Morning, G.O.O.D. Night, welches im Juni 2009 erschien. Teilweise zusammen mit NO I.D. produzierte er die Hälfte der Stücke auf Jay-Zs The Blueprint 3, darunter das mit zwei Grammys prämierte Stück Run This Town, in dem er neben Jay-Z und Rihanna selbst zu hören ist. Für Jay-Zs Single Young Forever samplete West Alphavilles Lied Forever Young. Ende des Jahres legte er eine Schaffenspause ein, um infolge eines Zwischenfalls bei den MTV Video Music Awards über sein Verhalten und sein Leben nachzudenken (→ Abschnitt Eklats). Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 beteiligte West sich an dem Benefizprojekt Artists for Haiti.

My Beautiful Dark Twisted Fantasy und Watch the Throne

Im November 2010 erschien zu fast durchweg überschwänglichen Kritiken My Beautiful Dark Twisted Fantasy und platzierte sich als Wests viertes Album in Folge auf Rang eins in den US-Charts. Unter dem Arbeitstitel Good Ass Job war es seit 2003 als Abschluss einer lose konzeptionellen Tetralogie geplant gewesen, die Kanye West mit 808s & Heartbreak unterbrochen hatte.

Für Drakes Debütalbum steuerte West zwei Songs bei, zudem trat er gemeinsam mit Raekwon auf einem selbst produzierten Remix von Justin Biebers Runaway Love auf. 2011 arbeitete er unter anderem mit Snoop Dogg und Beyoncé zusammen. Im April des Jahres trat der Rapper als Headliner beim Coachella Valley Music and Arts Festival auf und wurde anschließend für seine Performance von mehreren Kritikern hoch gelobt. Ebenfalls als einer der Headliner spielte er im August auf dem britischen Festival The Big Chill und im November auf dem SWU Music & Arts Festival in Brasilien.

Ursprünglich als EP angekündigt, veröffentlichte West im August 2011 gemeinsam mit Jay-Z als The Throne Wie schon 2008 erhielt der Rapper bei den Grammy Awards 2012 vier Auszeichnungen.

Im September 2011 stellte West in Paris seine erste eigene Modekollektion vor.

Nach mehrjähriger Freundschaft ist der Rapper seit 2012 mit dem It-Girl Kim Kardashian liiert.

Yeezus

Nachdem im Juli 2012 der Produzent No I.D. verkündet hatte, West wolle nach dem Kollabo-Album Cruel Summer auch ein Solo-Album veröffentlichen, Einen Tag später präsentierte er bei der Comedy-Show Saturday Night Live des Senders NBC die zwei Songs New Slaves und Black Skinhead live.

Stil und Entwicklung

Kanye West inszeniert seine Musik bewusst als Kunstwerk, sowie seinem modisch ausgerichteten Erscheinungsbild spiegelt sich dieser Anspruch wider.

Musik

Wests Musikstil beeinflusste den Hip-Hop und Pop der 2000er Jahre maßgeblich.

Seit Anfang der 2000er zeichnen sich viele seiner Produktionen durch das durchgängige Loopen älterer Soulstücke und der Stimmen von Soulsängern aus, ergänzt durch meist ebenfalls gesamplete Schlagzeugbeats, allerdings korrigierte er die Tonhöhe der gesampleten Stimmen nach oben (Pitch-Shifting), wodurch sie klanglich denen der Chipmunks ähneln. West nutzte den „Chipmunk Soul“ genannten Musikstil prominent auf seinem Debütalbum The College Dropout, aber auch später immer wieder. Als Ergänzung zu den Samples ist in vielen Stücken die Violinistin Miri Ben-Ari zu hören, gelegentlich setzte der Musiker zudem Chorgesänge ein. Neben der Soulmusik verwendete West in seinen frühen Produktionen vereinzelt auch Stücke aus anderen Genres wie Rock (The Doors), Reggae (Max Romeo) und Hip-Hop (Tupac Shakur).

Nach dem kommerziellen Erfolg von The College Dropout begann Kanye West mit weiteren Stilen zu experimentieren. So fanden sich auf Late Registration viele klassische und orchestrale Elemente. Vermehrt wurden Live-Instrumente benutzt, darunter viele eher ungewöhnliche; Fortan integrierte West auch in viele Konzerte ein Streichorchester.

Auch für seine folgenden Werke arbeitete West mit Streichern. Auf Graduation hielten zudem Einflüsse der elektronischen Tanzmusik und des Rock Einzug. So wechseln sich etwa in dem Stück Flashing Lights orchestrale Legato- mit elektronischen Staccato-Passagen ab. Insgesamt war die Musik bewusst auf Stadiontauglichkeit ausgelegt, dazu passend stammten die Samples von weltbekannten und erfolgreichen Künstlern wie Elton John, Michael Jackson, Steely Dan und Can.

808s & Heartbreak war dagegen musikalisch und textlich deutlich introvertierter. In den größtenteils im Moll-Tongeschlecht

Auf My Beautiful Dark Twisted Fantasy kombinierte West die Stilrichtungen seiner vorherigen Alben und erschuf opulentere Songs mit komplexen Strukturen und Arrangements;

Nach der Arbeit an The College Dropout nahm der Anteil anderer Musiker an Wests Werken zu. Die Beteiligung von Jon Brion an Late Registrations musikalischer Ausrichtung wird als hoch ermessen.

Lyrik

Das US-amerikanische Hip-Hop-Magazin XXL definierte im Jahr 2010 fünf “key elements” (deutsch: „Schlüsselelemente“), aus denen sich Kanye Wests Lyrik zusammensetze, nämlich Verletzlichkeit, Humor, Wortspiele, Arroganz und Gesellschaftskritik.

Der renommierte Musikjournalist Robert Christgau lobte in einer Kritik zu Late Registration die Reimarbeit des Rappers. Vor allem am Anfang seiner Karriere arbeitete er mit Overdubs – einer ergänzenden Tonaufnahme über eine bereits bestehende Aufnahme –, um seine Raps nicht in einem Take aufnehmen zu müssen.

Die Texte des Rappers drehen sich oft um im Mainstream-Hip-Hop eher untypische Themen wie Rassenkonflikte, Selbstzweifel und Kritik an der Konsumgesellschaft. So handelt etwa seine Strophe im Remix des Stückes Diamonds from Sierra Leone von den sierra-leonischen Blutdiamanten und seiner zwiespältigen Einstellung ihnen gegenüber.

Auf den folgenden Alben konzentrierten seine Themen sich hauptsächlich auf die eigene Person und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Auf 808s & Heartbreak sowie My Beautiful Dark Twisted Fantasy verarbeitete er dagegen frühere Beziehungen, den Verlust seiner Mutter und Anfeindungen in der Folge der MTV Video Music Awards 2009.

Die Texte des Albums Watch the Throne bestehen größtenteils aus Prahlereien bezüglich des eigenen Wohlstands, enthalten aber in vereinzelten Songs auch tiefgründigere Aussagen. In Murder to Excellence rappt West über Gewalt unter Afroamerikanern und deren folglich geringe Lebenserwartung. Der Musiker vergleicht dabei die Mordrate in seiner Heimatstadt mit der im Irakkrieg: “I feel the pain in my city wherever I go / 314 soldiers died in Iraq, 509 died in Chicago.” (deutsch: „Ich spüre den Schmerz in meiner Stadt wo auch immer ich hingehe / 314 Soldaten starben im Irak, 509 starben in Chicago.“)New Day ist dagegen an den eigenen – tatsächlich noch nicht gezeugten – Sohn adressiert, den West davor warnen will, die Fehler seines Vaters zu wiederholen.

Rezeption

Aufgrund zahlreicher selbstherrlicher Aussagen wird Kanye West oft als arrogant bis hin zu snobistisch wahrgenommen.

Musik und Texte

Ende 2009 schrieb das deutsche Musikmagazin Rolling Stone, dass von niemandem der „Pop in den letzten zehn Jahren stärker beeinflusst“ worden sei als von Kanye West; zudem habe West „den Sound des US-HipHop neu“ definiert.

The College Dropout wurde beinahe ausnahmslos positiv kritisiert und fand sich auf zahlreichen Bestenlisten wieder, etwa auf Platz zehn der von der Rolling Stone bestimmten einhundert besten Alben der Dekade

Bereits am Anfang seiner Karriere wurde Kanye West in Hinblick sowohl auf seine Texte als auch auf seine Öffentlichkeitsarbeit

Wests Texten wird des Weiteren bescheinigt, dass sie mit den im Mainstream-Hip-Hop verbreiteten Konventionen brächen, indem sie eine Botschaft transportierten.

West wirkte bei dem Mega Song mit. Für den Titel wurden die Kommentare diverser Prominenter (Will.i.am, Sean Combs, Chris Brown, Jamie Foxx, Kim Kardashian, Lil Jon, The Game, Floyd Mayweather, Serena Williams und Ciara) zum Sharehoster zusammengeschnitten.

Erfolg und Einfluss

Kanye Wests Erfolg als Musiker äußert sich konkret in der Anzahl an Auszeichnungen, die er bisher erhielt, und in den Verkaufszahlen seiner Singles und Alben. Mit insgesamt vierzehn Awards gewann er in den 2000ern so viele Grammys wie kein anderer Künstler. Daneben erhielt er unter anderem zwei American Music Awards und drei BRIT Awards. Die RIAA zeichnete seine Werke bisher (Stand: Mai 2010) mit achtzehn Platin-Schallplatten aus.

Bereits nachdem The College Dropout veröffentlicht wurde, galt West als einer der einflussreichsten Künstler in der Musikindustrie.

West ist in erster Linie als Hip-Hop-Produzent anerkannt. In einer von About.com aufgestellten Liste der fünfzig besten Hip-Hop-Produzenten nahm er den achten Platz ein.

Aufgrund seiner inhaltlichen Orientierung an „Mittelschicht-Angst“ und musikalischen Pop-Einflüssen gilt West als Mitbegründer und „Galionsfigur“ des sogenannten „Hipster-Rap“,

Durch seine Zusammenarbeit sowohl mit angesehenen Künstlern als auch mit Newcomern war Kanye West entscheidend beteiligt an der Karriere anderer Musiker. Zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn wirkte er – ebenso wie Just Blaze – als Hausproduzent von Jay-Z mit an den als „Klassiker“ des Hip-Hop-Genres geltenden 2005 sorgte er durch die Produktion eines Großteils von Commons Be für eine musikalische Neuorientierung des Rappers, die in dem Platz-eins-Erfolg des Nachfolgers Finding Forever – ebenfalls größtenteils von West produziert – seinen Höhepunkt fand. Auch einer Reihe von weiteren Musikern, die bei GOOD Music unter Vertrag stehen sowie Keyshia Cole und Lupe Fiasco verschaffte West erste mediale Aufmerksamkeit.

Kanye West beeinflusste mit seiner Musik so verschiedene Künstler wie den deutschen Rapper Denyo,

Kontroversen

Mediales Aufsehen neben seiner Musik erregte Kanye West durch einige kontroverse Auftritte und Aussagen.

Äußerungen über Politik

Anlässlich seines Live-8-Auftritts behauptete Kanye West im Juli 2005, dass AIDS eine “man-made disease” (deutsch: „von Menschen gemachte Krankheit“) sei.

Bei einer Benefizveranstaltung zugunsten der Opfer des Hurrikans Katrina auf NBC im September 2005 äußerte Kanye West sich erneut kritisch gegenüber der Regierung. In Abweichung vom Text des Teleprompters sagte er unter anderem, die Hilfsmaßnahmen würden durch den Einsatz vieler Nationalgardisten im Irakkrieg behindert, während die nach New Orleans gesandten Nationalgardisten die Erlaubnis hätten, auf Einwohner zu schießen. Zudem seien sowohl die Berichterstattung der Medien als auch die unterlassene Hilfe der Regierung rassistisch:

“I hate the way they portray us in the media. You see a black family, it says, ‘They’re looting.’ You see a white family, it says, ‘They’re looking for food.’ And, you know, it’s been five days the Red Cross is doing everything they can. We already realize a lot of people that could help are at war right now, fighting another way – and they’ve given them permission to go down and shoot us!”
„Ich hasse die Art, wie sie uns in den Medien darstellen. Wenn man eine schwarze Familie sieht, heißt es ‚Sie plündern.‘ Wenn man eine weiße Familie sieht, heißt es, ‚Sie suchen nach Lebensmitteln.‘ Und Sie wissen, es dauert schon fünf Tage das Rote Kreuz tut alles, was es kann. Wir sind uns bereits bewusst, dass viele Leute, die uns helfen könnten, gerade im Krieg sind und auf eine andere Art kämpfen – und sie haben ihnen die Erlaubnis gegeben runterzugehen und auf uns zu schießen!“
– Kanye West: Artikel in der Washington Post, 2005

West äußerte abschließend: “George Bush doesn’t care about black people.” (deutsch: „George Bush sind die Schwarzen egal“). Der letzte Kommentar wurde aus der Übertragung an die US-Westküste rausgeschnitten. Die Aussage erregte öffentlich großes Aufsehen und in der Folge viele politische Diskussionen.

Mediale Aufmerksamkeit erhielt im August 2011 eine Zeile des Songs Who Gon Stop Me von Kanye West und Jay-Z. West rappt in dem Stück: “This is something like the Holocaust / Millions of our people lost.” (deutsch: „Das ist sowas wie der Holocaust / Millionen unseres Volkes verloren“). Damit vergleicht er den Völkermord an den Juden mit der systematischen gesellschaftlichen Benachteiligung der Afroamerikaner. Der Online-Ableger von Die Welt erkannte darin ein indirektes Wiederaufwerfen des Historikerstreits, der sich mit der Frage beschäftigte, inwieweit es sich bei diesem Völkermord um eine historische Singularität handle. Der Autor des Artikels verglich West dabei mit dem als „Revisionist“ verfemten Ernst Nolte. Ebenfalls in einem nationalsozialistischen Kontext äußerte West sich im selben Monat auf dem Festival The Big Chill. Dort behauptete er, er werde des Öfteren von Menschen angestarrt, als sei er Hitler.

Äußerungen zu Homophobie

Kanye West sprach sich öffentlich mehrfach gegen die vor allem in der Hip-Hop-Szene weit verbreitete Homophobie

Aufgrund seines „farbenfrohen“ Modegeschmacks wurde West von der Öffentlichkeit mehrfach selbst als homosexuell dargestellt.

Eklats

Im Januar 2006 verärgerte Kanye West Anhänger des christlichen Glaubens, als er sich für eine Coverstory des US-amerikanischen Rolling Stone von David LaChapelle in einer Jesus-ähnlichen Symbolik fotografieren ließ. Diese wurde als Häresie oder Blasphemie bewertet.

Wests Verhalten fiel bei mehreren Musikpreisverleihungen negativ auf. Die American Music Awards 2004 verließ er vorzeitig, nachdem ihn Gretchen Wilson in der Kategorie Favorite Breakthrough Artist geschlagen hatte.

Im September 2008 wurden West und sein Manager Don Crowley verhaftet, nachdem sie am LAX Airport in Los Angeles die Ausrüstung eines Paparazzo der Boulevard-Website TMZ zerstört hatten. Beide wurden noch am gleichen Tag gegen eine Kaution von 20.000 Dollar wieder freigelassen. Kanye West schrieb daraufhin in seinem Blog, dass er im Prinzip nichts gegen Paparazzi habe, das Opfer des Übergriffs sei jedoch besonders aufdringlich gewesen.

Bei den MTV Video Music Awards 2009 unterbrach Kanye West erneut eine Dankesrede. Während die Sängerin Taylor Swift die Auszeichnung für das Best Female Video erhielt, betrat West die Bühne, nahm Swift das Mikrofon aus der Hand und verkündete lautstark, die ebenfalls nominierte Beyoncé hätte „eines der besten Videos aller Zeiten abgeliefert.“ deutlich kritisiert. West entschuldigte sich nach dem Auftritt mehrfach öffentlich, unter anderem in der Jay Leno Show, und zog sich vorübergehend stark aus der Öffentlichkeit zurück.

Diskografie

Singles

  • 2003: Through the Wire
  • 2004: All Falls Down (mit Syleena Johnson)
  • 2004: Jesus Walks
  • 2004: The New Workout Plan
  • 2005: Diamonds from Sierra Leone
  • 2005: Gold Digger (mit Jamie Foxx)
  • 2005: Heard ’Em Say (mit Adam Levine)
  • 2006: Touch the Sky (mit Lupe Fiasco)
  • 2006: Drive Slow (mit Paul Wall und GLC)
  • 2007: Classic (Better Than I've Ever Been) (Kanye West, Nas, KRS-One und Rakim; Promotion-Single für den Sportschuh Air Force 1)
  • 2007: Can’t Tell Me Nothing
  • 2007: Stronger (mit Daft Punk)
  • 2007: Good Life (mit T-Pain)
  • 2007: Flashing Lights (mit Dwele)
  • 2008: Homecoming (mit Chris Martin)
  • 2008: Love Lockdown
  • 2008: Heartless
  • 2009: Amazing (mit Young Jeezy)
  • 2009: Paranoid (mit Mr Hudson)
  • 2010: Power (mit Dwele)
  • 2010: Runaway (mit Pusha T)
  • 2010: Monster (mit Jay-Z, Rick Ross, Nicki Minaj und Bon Iver)
  • 2011: H•A•M (Kanye West und Jay-Z)
  • 2011: All of the Lights (mit Rihanna)
  • 2011: Otis (Kanye West und Jay-Z mit Otis Redding)
  • 2011: Lift Off (Kanye West und Jay-Z mit Beyoncé Knowles)
  • 2011: Lost in the World (mit Bon Iver)
  • 2011: Niggas in Paris (Kanye West und Jay-Z)
  • 2011: Why I Love You (Kanye West und Jay-Z mit Mr Hudson)
  • 2011: Gotta Have It (Kanye West und Jay-Z)
  • 2012: No Church in the Wild (Kanye West und Jay-Z mit Frank Ocean)
  • 2012: Mercy (Kanye West, Big Sean, Pusha T und 2 Chainz)
  • 2012: Cold (Kanye West und DJ Khaled)
  • 2012: New God Flow (Kanye West, Pusha T und Ghostface Killah)
  • 2012: Clique (Kanye West, Jay-Z und Big Sean)

Filmografie

  • 2006: Dave Chappelle's Block Party (Musikdokumentation, West tritt neben u. a. Erykah Badu, Jill Scott, Black Star und The Fugees auf)
  • 2008: Der Love Guru (The Love Guru, Komödie mit einem Cameo-Auftritt von West)
  • 2009: We Were Once a Fairytale (Kurzfilm unter der Regie von Spike Jonze, basiert auf dem Stück See You in My Nightmares)
  • 2010: Runaway (Kurzfilm unter eigener Regie, nach eigener Story und Drehbuch von Hype Williams, Musik stammt aus My Beautiful Dark Twisted Fantasy)
  • 2012: Cruel Summer (Kurzfilm unter eigener Regie gemeinsam mit Alexandre Moors)

Bibliografie

  •  Kanye West, J. Sakiya Sandifer: Thank You and You’re Welcome. Super Good LLC, 2008, ISBN 978-0-9789679-1-8 (englisch, handelt von Wests Lebensphilosophie).
  •  Kanye West, Nabil Elderkin (Fotografien): Glow in the Dark. Rizzoli, 2009, ISBN 978-0-8478-3240-8 (englisch, handelt von Wests gleichnamiger Tournee, enthält eine CD mit Instrumentalstücken der Tour und einem Interview mit Spike Jonze).
  •  Kanye West, Bill Plympton (Illustrationen): Through the Wire. Atria, 2009, ISBN 978-1-4165-3775-5 (englisch, handelt von Wests Raptexten).

Auszeichnungen (Auswahl)

  • American Music Awards:
    • 2008: Favorite Rap/Hip-Hop Male Artist
    • 2008: Best Hip-Hop Album für Graduation
  • BET Awards:
    • 2005: Best New Artist
    • 2005: Best Male Hip-Hop Artist
    • 2005: Video of the Year für Jesus Walks
    • 2006: Best Collaboration für Gold Digger
    • 2006: Video of the Year für Gold Digger
    • 2008: Best Male Hip-Hop Artist
    • 2008: Best Collaboration für Good Life
    • 2011: Best Male Hip-Hop Artist
  • BRIT Awards:
    • 2006: International Male Solo Artist
    • 2008: International Male Solo Artist
    • 2009: International Male Solo Artist
  • Grammy Awards:
    • 2005: Best Rap Album für The College Dropout
    • 2005: Best Rap Song für Jesus Walks
    • 2005: Best R&B Song für You Don’t Know My Name von Alicia Keys
    • 2006: Best Rap Solo Performance für Gold Digger
    • 2006: Best Rap Song für Diamonds from Sierra Leone
    • 2006: Best Rap Solo Performance für Stronger
    • 2008: Best Rap Solo Performance für Stronger
    • 2008: Best Rap Performance By A Duo Or Group für Southside von Common
    • 2008: Best Rap Song für Good Life
    • 2008: Best Rap Album für Graduation
    • 2009: Best Rap/Sung Collaboration für American Boy von Estelle
    • 2009: Best Rap Performance By A Duo Or Group für Swagga Like Us von T.I.
    • 2010: Best Rap/Sung Collaboration für Run This Town von Jay-Z
    • 2010: Best Rap Song für Run This Town von Jay-Z
    • 2012: Best Album für My Beautiful Dark Twisted Fantasy
    • 2012: Best Rap/Sung Collaboration für All of the Lights
    • 2012: Best Rap Song für All of the Lights
    • 2012: Best Rap Performance für Otis mit Jay-Z
    • 2013: Best Rap Performance für Niggas in Paris mit Jay-Z
    • 2013: Best Rap/Sung Collaboration für No Church in the Wild mit Jay-Z
    • 2013: Best Rap Song für Niggas in Paris mit Jay-Z
  • MTV Europe Music Awards:
    • 2006: Best Hip-Hop Act
    • 2008: Ultimate Urban
  • MTV Video Music Awards:
    • 2005: Best Male Video für Jesus Walks
    • 2008: Best Special Effects in a Video für Good Life
    • 2011: Best Collaboration für E.T. von Katy Perry
    • 2011: Best Special Effects in a Video für E.T. von Katy Perry
  • Soul Train Music Awards
    • 2006: Best R&B/Soul or Rap Music Video für Gold Digger
  • World Music Awards
    • 2004: World’s Best New Male Artist
    • 2006: World’s Best Selling Hip-Hop/Rap Artist

Weblinks

Einzelnachweise

  1. abcdefg Kanye West: Faszinierender Avantgardist des HipHop. In: Rolling Stone, Ausgabe Januar 2010, S. 57.
  2. abc Zack O’Malley Greenburg: Hip-Hop's Cash Kings 2008. In: Internet-Auftritt des Forbes Magazine. 18. August 2008, abgerufen am 25. Mai 2010 (englisch).
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