Tyler Oakley und andere LGBT-Vlogger berichten, dass YouTube ihre Videos blockt

Wir hoffen, YouTube nimmt sich die massive Kritik der LGBT-Vlogger zu Herzen und ändert seine Einschränkungsregeln.

Was geht denn da bei YouTube ab? Wie verschiedene amerikanische LGBT-Vlogger kürzlich öffentlich machten, werden viele ihrer Videos von der Plattform blockiert, weil sie von YouTube als “unangemessen” eingestuft werden. YouTube aktiviert den Filter “Eingeschränkter Modus” bei Videos, die nach der Einschätzung der Plattform als ‘’potentiell anstößiger Inhalt’’ gelten. So wie es aussieht, scheint das aus der Sicht von YouTube auch für zahlreiche Videos von LGBT-Vloggern zu gelten, die deswegen aktuell auf die Barrikaden gehen.

Der super bekannte US-Vlogger Tyler Oakley, dem immerhin 8 Millionen Menschen auf YouTube folgen, berichtete am vergangenen Sonntag, dass sein aktuelles Video über Menschen, die ihn inspiriert haben, von YouTube blockiert wurde.



Auch die kanadischen YouTube-Musikerinnen Tegan und Sara hatten ein ähnliches Erlebnis und twitterten heute, dass über 40 ihrer Musikvideos dem Eingeschränkten Modus-Filter zum Opfer gefallen sind. In einem der Videos, das nun nicht mehr frei abrufbar ist, kritisierten die Zwillingsschwestern genau dieses diskriminierende Vorgehen von YouTube.



In einem Statement gegenüber BuzzFeed USA rechtfertigte YouTube sein seltsames Vorgehen gegenüber LGBT-Inhalten mit der Begründung, dass viele Videos von LGBT-Vloggern ja noch im eingeschränkten Modus abrufbar wären und nur die fehlen würden, in denen es um Themen wie Gesundheit, Politik und Sexualität gehen würde, weil diese für User und Institutionen, die diesen Modus wählen, nicht geeignet sind. Das trifft z.B. auch auf ein Video des transsexuellen YouTubers SeaineLove zu, in der er die einzelnen Schritte seiner Geschlechtsumwandlung dokumentiert hat.

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In anderen Worten bedeutet das, dass viele LGBT-Inhalte von YouTube offenbar nicht als ’’familienfreundlich’’ angesehen werden, denn der eingeschränkte Modus wird ja in der Regel zum Schutz von Minderjährigen an Schulen oder zuhause von Eltern eingesetzt. Dass diese dann mit für sie unter Umständen besonders wichtigen Inhalten, z.B. anderen sexuellen Orientierungen, nicht mehr in Kontakt kommen, scheint YouTube nicht zu stören.

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Eine Einstellung, die YouTuber wie Tyler Oakley schwer enttäuscht, denn für ihn war YouTube immer eine Plattform, auf der Menschen, die keine öffentliche Stimme haben, zusammenfinden können: ‘’YouTube war immer eine Plattform für Minderheiten, auf der man ein Publikum erreichen konnte, dass in den Medien noch unterrepräsentiert ist. Für viele LGBT-Jugendliche ist YouTube oft der erste Ort, an dem sie ihre eigenen Geschichten erzählen und mit anderen teilen können’’ (Quelle: TeenVogue ). Wir hoffen, YouTube nimmt sich die massive Kritik der LGBT-Vlogger zu Herzen und ändert seine Einschränkungsregeln.

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Montag, 20. März 2017