In Tschetschenien werden schwule Männer in Gefängnis-Camps gefangen gehalten

Die Situation von Homosexuellen in Tschetschenien wird immer schlimmer.

In den vergangenen Monaten berichteten russische Menschenrechtsgruppen immer wieder darüber, wie sich die Lage für Homosexuelle in Tschetschenien zunehmend verschärft. Sie werden bedroht, gejagt, verprügelt und wie seit Kurzem bekannt wurde, in Camps gefangen gehalten. Wie ein Augenzeuge der russischen Tageszeitung Nowaja Gaseta berichtete, ist in der tschetschenischen Stadt Argun eine Art geheimes Gefängnislager für Schwule eingerichtet worden, in dem mehr als 100 Männer gegen ihren Willen festgehalten, gefoltert und in stundenlangen Verhören nach den Kontaktdaten weiterer Homosexueller gefragt würden.

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Die tschetschenischen Behörden hingegen behaupten, es würde sich bei diesen schockierenden Berichten um Lügen handeln. Auf einer Pressekonferenz auf das Thema angesprochen, sagte der Sprecher des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow dazu: ‘’Man kann nicht jemanden festnehmen und unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt’’. Cheda Saratowa, Mitarbeiterin im sogenannten ’’Menschenrechtsbeirat’’ des Präsidenten, fügte noch hinzu, dass sie bisher auch noch nicht von Betroffenen kontaktiert worden wäre. Allerdings würde sie, wenn das der Fall wäre, sowieso nicht reagieren, weil Homosexualität für sie “schlimmer als Krieg” sei.

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Unabhängige Organisationen wie das Russische LGBT-Netzwerk versuchen, schwulen Männern in Tschetschenien zu helfen, indem sie eine Hotline für Betroffene anbieten und Homosexuellen, die das Land verlassen wollen, bei der Ausreise behilflich sind. Da Homosexualität in Tschetschenien aber ein riesiges Tabuthema sei, berichtet eine der Mitarbeiterinnen der Organisation in einem Interview mit N24, würden sich viele Männer noch nicht einmal trauen, das Netzwerk zu kontaktieren, aus Angst, ihre Familien könnten davon erfahren.

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Donnerstag, 13. April 2017