Facebookstatus: Organspender

Neue Funktion soll Leben retten

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. Interessiert an: Männern und Frauen. Religion: Katholisch.
In unserem Facebook-Profil können wir alles Mögliche angeben, um unseren Freunden mehr von uns zu erzählen. Besonders sinnvoll ist das nicht, aber interessant für neugierige Bekannte.

In den USA und in Großbritannien gibt es jetzt allerdings ein neues Feature, das laut Facebook auch Leben retten kann. Ab sofort können die User anzeigen, ob sie Organspender sind. Gleichzeitig verlinkt Facebook zu Organisationen, bei denen sich Nutzer als Organspender offiziell registrieren lassen können. In Deutschland gibt es diese Funktion noch nicht, sie soll aber nach und nach für andere Länder freigeschaltet werden.

“Wir denken, dass Leute wirklich helfen können, das Bewusstsein für Organspenden zu schärfen”, sagte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der sich selbst als Organspender registrieren ließ, dem Fernsehsender ABC. Auf die Idee gebracht hat ihn ein Gespräch mit seiner Freundin, die Medizin studiert. “Sie wird Kinderärztin, darum drehen sich unsere Gespräche beim Abendessen oft um Facebook und die Kinder, die sie trifft.”

Außerdem habe ihn seine Freundschaft mit dem im vergangenen Herbst verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs zu dem Projekt inspiriert, der 2009 eine neue Leber bekommen hatte.

Die Politiker in Deutschland suchen derzeit nach einer Methode, um mehr Organspender zu gewinnen. Bisher muss jeder selbst aktiv werden – nur wer einen Organspendeausweis bei sich trägt, kommt zum Beispiel im Falle eines tödichen Unfalls als Organspender in Frage. Allerdings hat schätzungsweise nur jeder Fünfte einen Organspendeausweis. Rund 12 000 Menschen in Deutschland warten auf ein passendes Spendeorgan, alle 8 Stunden stirbt jemand, weil die Wartezeit einfach zu lang ist.

Donnerstag, 03. Mai 2012