Trend: Der Schmerzensmann

Was soll das? Wer ist das? Und was kann der?

Jetzt

Casper

Auf Und Davon

01 17

Donnerstag, 08. März 2012

Nicht falsch verstehen, ein Schmerzensmann ist nicht etwa ein charmanter Typ, der seiner Herzensdame die Tür aufhält, Blumen mitbringt und ab und zu tatsächlich über die eigenen Gefühle redet. Nein, die Debatte um den Schmerzensmann, die Anfang des Jahres in den Feuilletons (Die Zeit) und Magazinen aufkeimte, behandelt ein völlig neues Männerbild.

Sensibel ist längst nicht genug – die neue Männerrolle, die hier propagiert wird, geht noch einen sandalenbeschuhten Schritt weiter. Schüchtern, grübelnd, bärtig, von Selbstzweifeln geplagt und auch mal die ein oder andere Träne vergießend, quält sich der Schmerzensmann durch das eiskalte Leben. Ein wuscheliger Lockenkopf unterstreicht die Gemütslage. Ok, nun übertreiben wir, aber die Gender-Diskussion nimmt momentan geradezu groteske Züge an, wenn es darum geht, das Leiden des jungen Mannes auf die Spitze und den Punkt zu bringen.

Auch wenn wir nicht der Meinung sind, dass da draußen plötzlich komplett neue Männer herumlaufen, die frisch aus einem Kokon der Schmerzhaftigkeit entschlüpft sind und nun ihre zarten Flügelchen ausbreiten um alle mit ihrer Schüchternheit zu überflattern, wollen wir uns diesen Trend doch genauer anschauen. Es fällt nämlich auf, dass auch in der Musiklandschaft vermehrt Jungs auftauchen, die aussehen, als würden sie am liebsten komplett hinter ihren Gitarren verschwinden.

Plötzlich waren sie da: Andreas Bourani, Tim Bendzko und Philipp Poisel sind momentan absolut gefragt. Mädchen träumen zu ihrer Musik davon, von einem besonders sanften, männlichen Exemplar umgarnt zu werden und die Jungs, tja, die sind auch nicht abgeneigt von den jungen Männern, die wunderbar leichte Melodien mit wirklich herzzerreißenden Texten schmücken.

Und spätestens wenn Casper in einer Bergkulisse umringt von Huskys und mit einer Angelroute bewaffnet gen Bach stapft, fragt man sich schon, was hier los ist. Harte Jungs mit Machogehabe sind Out. Soviel ist schon mal klar. Aber gerade die besonders sanften Typen scheinen momentan Mädchenherzen zu erweichen. Vielleicht haben sich Männer vom Erwartungsdruck der Gesellschaft emanzipiert? Und wieso auch nicht, ist doch toll, wenn Männer endlich zu ihren Gefühlen und Problemen stehen können. Immer nur hart drauf sein ist auf Dauer eh viel zu anstrengend. Und die Frauenwelt muss sich wirklich keine Sorgen machen, dass ihre Männer nun nicht mehr die Einkaufstüten hoch tragen, weil sie Rücken haben.

Unsere Meinung: Lieber ein neues Männerbild, welches Gefühle und Sensibilität unterstreicht, als ständiges Machogehabe. Was meint Ihr? Habt Ihr es schon bemerkt, dieses Bild vom neuen Mann oder haltet Ihr diese ganze Diskussion für ausgemachten Blödsinn?

Und weil's so schön warm ums Herz macht: Hier die schönsten Clips von unseren liebsten Sensibelchen.