Nächstes Jahr wird es ein drittes Geschlecht in Deutschland geben

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass es 2018 neben dem weiblichen und Männlichen Geschlecht noch ein weiteres geben wird.

Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, also die höchste rechtliche Instanz in Deutschland, hat diese Woche mit ihrem neuen Gesetz einen wichtigen Schritt in Richtung Akzeptanz gemacht. Denn ab 2018 wird es möglich sein, neben dem weiblichen und männlichen Geschlecht noch eine weitere Option auszuwählen, die dann so im Perso, Reisepass und in der Geburtsurkunde stehen wird: intersexuell.

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Mit dem neuen Gesetz werden intersexuelle Menschen nicht mehr dazu gezwungen, sich einem Geschlecht zuzuordnen. Denn anders als bei Transsexualität, wo man mit einem biologischen Geschlecht geboren wird, sich dann aber für das andere entscheidet, lässt sich Intersexuellen kein eindeutiges Geschlecht zuordnen. Sie haben nämliche weibliche und männliche Merkmale, wie Chromosomen, Hormone oder auch die äußeren Geschlechtsorgane. Die bekannteste Form der Intersexualität ist das Adrenogenitale Syndrom, bei dem der Körper zum Beispiel nur männliche Hormone produziert, die Geschlechtsorgane aber weiblich sind.

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Und das ist keinesfalls selten. Zwischen 80.000 und 120.000 Intersexuelle leben in Deutschland, die jetzt auch endlich die Möglichkeit bekommen, ihr Geschlecht im Pass einzutragen und dadurch vielleicht nicht mehr als ‘’Störung der Geschlechterentwicklung’’ bezeichnet werden. Das sorgte nämlich dafür, dass bei jährlich 1.500 Neugeborenen eine Geschlechtsanpassung durchgeführt wurde. Wir finden die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht absolut wichtig, denn wir leben einfach in einer bunten Welt, wo es nicht nur männlich und weiblich gibt und in der jeder so akzeptiert werden sollte, wie er ist.

Freitag, 10. November 2017