Lifestyle-Trend: Flexitarier

Fleisch ja, Massentierhaltung nein - eine gesunde Alternative?

Lifestyle-Trend: Flexitarier

Mittwoch, 08. Februar 2012

Vegetarier, Ovo-Vegetarier, Lacto-Vegetarier, Ovo-Lacto-Vegetarier, Pescetarier, Frutarier, Veganer oder Freeganer - wer soll da noch durchblicken? Und jetzt auch noch das: Flexitarier nennt sich die neueste Essgewohnheit. Anders formuliert könnte man einfach auch sagen: Teilzeit-Vegetarier!

Und das sind laut Vegetarierbund mittlerweile ganz schön viele: Bei einer Umfrage gaben zwei Drittel (65 Prozent) aller Frauen und immerhin schon 38 Prozent der Männer an, bereits Teilzeit-Vegetarier zu sein. Insgesamt essen 42 Millionen Deutsche an drei oder mehr Tagen pro Woche kein Fleisch - das sind mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung! Wir finden, das ist eine ganz schön aussagekräftige Zahl. Deswegen haben wir uns mal schlau gemacht: Wie genau definiert sich ein Teilzeit-Vegetarier? Und sind wir dann womöglich unbewusst alle schon zu Flexitariern geworden?

Dass in den letzten paar Jahren immer mehr auf bewusste Ernährung geachtet wurde, ist kein Geheimnis mehr. Hier ein Report über Massentierhaltung im Hühnerstall, da ein Bericht über verseuchte Eier - große Lust auf tierische Produkte hatte man da nicht mehr. Trotzdem: Babylamm & Co. sind und bleiben für viele einfach lecker und müssen gelegentlich mal sein. Und genau das ist der Knackpunkt: Gelegentlich! Seit einiger Zeit hat sich also der Begriff "Flexitarier" mehr und mehr etabliert.

Fleisch ja, Massentierhaltung nein!

Flexitarier sind ganz klar gegen Massentierhaltung und konsumieren Fleisch in kontrollierten Maßen. Wie kontrolliert bleibt da jedem selbst überlassen. Ob man nun drei Mal die Woche auf Fleisch verzichtet, höchstens einmal pro Woche Fleisch isst oder sich vielleicht sogar nur alle paar Wochen ein Steak in die Pfanne haut - wichtig ist, dass darauf geachtet wird, was auf dem Teller landet. Egal ob teures Biofleisch oder Fleisch aus der hauseigenen Schlachtung vom Metzger um die Ecke - bloß kein industrielles Billigfleisch, mit dem man dann womöglich noch die Massentierhaltung unterstützt!

Die Zeiten des übertriebenen Fleischkonsums scheinen eindeutig vorbei zu sein © Getty Images
Während die Einen den Teilzeit-Vegetariern vorwerfen, sie wollten mit diesem Essverhalten nur ihr Gewissen beruhigen, hoffen Andere, dass sich krasse Fleischesser und pure Veganer oder Vegetarier mit Hilfe der Flexitarier vielleicht endlich etwas annähern könnten.

Sind wir nicht irgendwie alle schon Flexitarier?

Fraglich bleibt ob der "Flexitarismus", wie er so schön genannt wird, nicht einfach nur ein weiterer modischer Lifestyle-Trend ist. Denn wenn wir mal ehrlich sind war es zu Omas Zeiten ja nicht anders. Da freute man sich die ganze Woche auf den schönen Sonntagsbraten, an den restlichen Tagen gab es höchstens mal ein bisschen Speck im Eintopf. Und jeden Tag Fleisch essen ja die wenigsten, könnten wir uns nicht also eigentlich alle schon Flexitarier nennen?

Wie seht Ihr das? Esst Ihr Fleisch? Findet Ihr, dass wir doch sowieso alle schon Flexitarier sind? Und wo soll das alles noch hinführen? Kommentiert jetzt mit!