Bubble Tea: Juhu oder Bäh?

Wir haben die klebrige, exotische Erfrischung unter die Lupe genommen.

Erst hat man es gar nicht so richtig bemerkt. Ein buntes Lädchen zwischen vielen anderen, neonfarbene Schilder, Maschinen, von denen man nicht genau wusste, wozu sie gut sein sollen. Bubble Tea ist endgültig in Deutschland angekommen. Kaum ein Straßenzug, der nicht mit mindestens einem Bubble Tea-Laden versehen ist. Dass auf der Suche nach zuckersüßer Erfrischung bloß niemand leer ausgeht!

Das Produkt ist so faszinierend wie gewöhnungsbedürftig: Schwarzer- oder grüner Tee wird mit Fruchtsirup aufgefüllt, ordentlich durchgeschüttelt und schließlich mit kleinen bunten Perlen versehen, die irgendwie nach Kaviar aussehen. Wer mag, kann sein Getränk entweder mit Milch oder Joghurt aufpimpen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind unendlich und bei dem Versuch die leckerste Mischung zu erwischen, muss man sich ganz schön den Kopf zerbrechen. Jetzt bloß nichts falsch machen! Mango, Litschi, Erdbeerkügelchen oder doch lieber die traditionellen schwarzen Tapioka-Kügelchen?

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Bevor wir uns in den unendlichen Möglichkeiten des Bubble Tea verlieren, fragen wir uns, wo dieses Getränk überhaupt seinen Ursprung hat. Eigentlich kommt die Mischung aus Tee und Fruchtsirup aus Taiwan, wo Straßenhändler das süße Getränk schon in den achtziger Jahren an Schulkinder verkauften. Damals gab es noch keine bunten Kügelchen – die Bubbles entstanden durch heftiges Geschüttel. Später kamen die Tapioka-Perlen hinzu, die aus der asiatischen Maniokwurzel gewonnen werden. Die gummiartigen Perlen verwandeln sich im Getränk in ziemlich schleimige Kollegen, die in den Zähnen kleben. Irgendwie schmeckt’s aber trotzdem. Allein wegen des lustigen Gefühls im Mund ist es einen Versuch wert.

Inzwischen gibt es Inspiration aus der Molekularküche. Wem die Tapioka-Perlen nicht gefallen, kann sich mit Saft gefüllte Perlen in jeder erdenklichen Geschmacksrichtung bestellen. Die Hülle ist aus Stärke und sobald man eine Kugel durch den Strohhalm gesaugt hat, zerplatzt sie im Mund. Muss das wirklich sein? Die nette Bubble-Tea Dame im Laden verrät uns, dass Schwarzer Tee mit Mango und Joghurtkügelchen die Lieblingsmischung der Tee-Freaks sei.

Was hat nun Bubble Tea, was Frozen Yoghurt, Smoothies, und Säfte nicht haben? Es ist ein Getränk zum Kauen. Man trinkt und isst gleichzeitig. Geschmäcker vermischen sich im Mund, als würde man eine Tüte Gummibären, Lollies und Lakritz gleichzeitig futtern. Der Spaßfaktor spielt jedenfalls eine größere Rolle als der Nährwert. Der dürfte ungefähr gegen Null gehen. Ob der Trend sich halten wird, oder ziemlich schnell wieder weg vom Fenster ist, steht noch in den Sternen. Unsere Geschmacksknospen müssen sich jedenfalls erstmal vom Zuckerschock zu erholen.

Wie findet Ihr den Bubble Tea aus Asien? Könnt Ihr ohne ihn nicht mehr leben oder fragt ihr Euch, was der ganze Hype soll?

Donnerstag, 26. Januar 2012