Neue Proteste gegen "Tote Mädchen lügen nicht": Ist die zweite Staffel des Netflix-Hits in Gefahr?

2018 soll "Tote Mädchen lügen nicht" in die nächste Runde gehen. Doch der Widerstand gegen die kontroverse Serie will einfach nicht aufhören.

Sie zählt zu DEN großen Serien-Erfolgen des vergangenen Jahres: Die Netflix-Produktion ‘’Tote Mädchen lügen nicht’’ machte nicht nur ihre Hauptdarsteller Katherine Langford und Dyland Minnette über Nacht zu Stars, sondern brachte auch schwere Themen wie Mobbing und Selbstmord unter jungen Menschen in den Fokus der Mainstream-Medien – schon damals begleitet vom Protest besorgter Eltern und Jugenschützer. Trotzdem soll in diesem Jahr die (bereits abgedrehte) zweite Staffel veröffentlicht werden – und das will eine Gruppe konservativer Eltern ganz klar stoppen: Das Parents Television Council fordert von Netflix mit der Ausstrahlung zu warten, bis die Serie von Expteren der Wissenschaftsgemeinde als sicher eingestuft wird.

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Wer genau sind die besorgten Eltern und was genau meinen sie mit sicher? *
Das "
Parents Television Council*":http://w2.parentstv.org/Main/ ist eine konservative – aus 12.000 Mitgliedern bestehende – Interessengruppe mit Sitz in Kalifornien. Sie stufen Medieninhalte nach dem Nutzen und Schaden für die Entwicklung von Kindern ein und machen sich dabei häufig für Zensur stark. Auch die Serienmacher von Family Guy und South Park haben in der Vergangenheit schon öfter Bekannschaft mit dem PTC gemacht.

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Was fordert das PTC von Netflix?
Das PTC fordert die Aufschiebung der zweiten Staffel, bis die Serie von Experten als “sicher” klassifiziert wird. Die Lösung nach Meinung des PTC: Jugendlichen soll der Zugang zu Erwachsenen-Inhalten deutlich schwerer gemacht werden. Zum einen durch ein Abo-Modell, das es Kunden erlaubt, bewusst auf Inhalte für Erwachsenden zu verzichten – belohnt durch einen geringeren Preis. Zum anderen soll Netflix mit Providern arbeiten, die es Nutzern ermöglichen, Inhalte selbst zu zensieren. Außerdem forderte das PTC Netflix zur Teilnahme an einem Gespräch über die “Entwicklung von Schutzmaßnahmen für Kinder und Familien” auf.



Und was sagt Netflix dazu?
Bis jetzt hat sich der Streaming-Gigant noch nicht zu den Forderungen des PTC geäußert. Doch schon mit der Bekanntgabe der zweiten Staffel hat Netflix auf die Kontroversen der ersten Staffel reagiert und eine Reihe Verändeurngen angkündigt: Ein Clip soll die Zuschauer vor Beginn jeder Episode auf die Brisanz der Inhalte hinweisen, eine offizielle Informationseite soll Zuschauer mit wichtigen Infos über Selbstmord und Mobbing versorgen und eine After-Show mit Cast, Produzenten und Experten dafür sorgen, dass die Themen jeder Episode von den jungen Zuschauern richtig aufgearbeitet und verstanden werden.

Auch in ein vor kurzem von Netflix veröffentlichten Video – in dem Cast-Mitglieder bewegende Briefe von Zuschauern vorlesen – zeigt deutlich: Netflix hat verstanden, dass sie Inhalte nicht nur zeigen, sondern auch besprechen müssen. Es ist wichtig, Themen wie Selbstmord und Mobbing eine Plattform zu geben, aber dabei auch aktiv im Austausch und Gespräch mit den Zuschauern zu stehen.

Auch wir weisen darauf hin, dass Suizid kein Ausweg ist. Solltest Du solche Gedanken haben, raten wir Dir, dass Gespräch mit anderen Mensch zu suchen, die Dir helfen können: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 lautet die Nummer der Telefonseelsroge.

Weitere Informationen zu dem Thema findest du auf der Hompage der Deutschen Gesellschaft für Suizitprävention.

Dienstag, 10. April 2018