Darum steht Scarlett Johansson für ihre neue Transgender-Rolle unter scharfer Kritik

So richtig verstehen kann sie die Problematik scheinbar nicht.

Im Film “Rub & Tug“ soll Scarlett Johansson im nächsten Jahr einen Transgender-Gangster im Rotlicht-Milieu spielen. Dafür wird sie nun besonders von Trans-Schauspielerinnen kritisiert. Warum? Immer wieder würden Transgender-Rollen von Schauspielern besetzt, die nicht Trans sind. Andersherum passiere das allerdings so gut wie nie. Und was die Diskussion jetzt noch hitziger machte: Scarlett reagierte nicht wirklich elegant auf die Kritik.

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Dante “Tex” Gill, der von der Schauspielerin verkörpert werden soll, war ein wirklich ungewöhnlicher Gangster. In den 70er und 80er Jahren betrieb Gill im amerikanischen Pittsburgh eine Reihe an Massagestudios, die er für illegale Prostitution nutzte. Das Besondere an dieser Geschichte: Gill war Transgender und wurde nicht als Dante, sonder als Lois Jean geboren.

Dass Regisseur Rupert Sanders für den Streifen nun eben keine Trans-Schauspielerin castete, sondern Scarlett Johansson, sorgt für ordentlich Aufregung in der LGBTQ-Community. Vor allem Transgender-Schauspielerinnen betiteln Scarlett als Fehlbesetzung für die Rolle. Die Schauspielerin Trace Lysette schrieb via Twitter: “Ihr könnt uns also weiterhin spielen, wir euch aber nicht? Hollywood ist so abgefuckt… Ich wäre nicht so verärgert, wenn ich die gleichen Chancen wie Jennifer Lawrence und Scarlett für cis-Rollen bekäme, aber wir wissen, dass das nicht der Fall ist.“



Das Kommentar zu dem Thema, das Scarlett während des aufziehenden Shitstorms über ihren Sprecher verlauten ließ, machte das Ganze leider nicht besser – im Gegenteil: “Sag ihnen, dass sie sich an die Sprecher von Jeffrey Tambor, Jared Leto und Felicity Huffmann wenden können.“

All diese Schauspieler schlüpften für Filme in die Rolle von Transgender-Persönlichkeiten. Doch was hilft es, auf andere zu zeigen, um sich damit zu rechtfertigen?

Bei der Kritik an der Besetzung ihrer Rolle geht es schließlich nicht um Talent, sondern um Gleichberechtigung. Cis-Schauspieler hätten keine Probleme Rollen zu bekommen und würden sogar für Transgender-Rollen gebucht. Trans-Männer und Frauen würden hingegen stets nur für die sehr wenigen Transgender-Rollen angefragt. Dass sich hier Stimmen für Gleichberechtigung laut machen, ist absolut wichtig.



Sonntag, 08. Juli 2018