Drogensucht & dunkle Gedanken: So lange muss sich Demi Lovato schon damit auseinander setzten

Wir werfen einen Blick auf das junge Leben der Sängerin.

Dass sich Demi Lovato derzeit im Krankenhaus befindet, nachdem sie eine Überdosis einer bislang noch nicht benannten Droge eingenommen hat, ist schockierend für die Welt. Und auch, wenn Fans und Angehörige noch immer fassungslos sein mögen: Allzu überraschend ist dieser Zwischenfall angesichts ihrer Vergangenheit leider nicht.

Zum ersten Mal tauchte Demi, an der Seite von Selena Gomez, für die berühmte US-Kindershow “Barney & Friends“ vor der Kamera auf. In diesem Alter sollte ein Mädchen eigentlich voller Lebensfreude stecken, doch schon damals plagten sie furchtbare Gedanken. “Schon vor Barney war ich suizidal. Ich war sieben“, schockte der Star 2013 in einem Interview mit der ‘Cosmopolitan’.

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Auch in den Jahren danach nahm Demis Privatleben scheinbar kaum positivere Züge an. In unzähligen Interviews hört man sie davon berichten, das Opfer von Mobbing gewesen zu sein. Stets fühlte sie sich als Außenseiter. In ihrer Dokumentation “Simply Complicated“, die erst im letzten Jahr erschien, enthüllte sie einen verhängnisvollen Rat, den sie als Jugendliche bekam: Wer gemocht werden will, muss Party machen und Drogen nehmen.

“Eines Tages fragte ich sie [ein beliebtes Mädchen ihrer Schule], wie sie so viele Freunde haben kann“, erzählt Demi in der Dokumentation. Daraufhin wurde sie gefragt: “Trinkst du?“ Wenig später erinnert die sich zurück: “Das erste Mal, als ich Kokain genommen habe, war ich 17 und arbeitete für den Disney Channel. Ein paar Freunde zeigten es mir. Ich hatte Angst, weil meine Mutter mir immer gesagt hat, dass einem das Herz explodieren könnte, wenn man es nimmt. Aber ich habe es trotzdem getan – und geliebt.“ Selbst ins Flugzeug habe sie das Pulver immer wieder geschmuggelt, um sich dort “in die Toilette zu schleichen und es zu nehmen.“

Beruflich hätte es trotzdem nicht besser für die damalige Schauspielerin laufen können. Dank der Disney-Produktion “Camp Rock“ reifte sie binnen kürzester Zeit zum Superstar und Idol der Jugend heran. Gleichzeitig begann sie eine kurze Romanze zu ihrem Co-Star Joe Jonas. Millionen von Mädchen beneiden sie noch heute für dieses Leben. Kaum jemand machte sie darauf aufmerksam, dass ihre psychische Gesundheit mindestens genauso wichtig ist. Auf diese Weise werden Drogen ganz schnell zu einer Art Ausflucht und Komfort. Erst im Nachhinein konnte Demi klar auf diese Phase zurückblicken. Dem ‘People’ Magazin sagte sie: “Ich dachte, ich lebe schnell und würde jung sterben.“ Die meiste Zeit ihres Lebens war sie sich sicher, das 21. Lebensjahr nicht zu erreichen.

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Im Jahr 2010 folgte dann endlich der notwendige Lebenswandel, als “Die wilden Siebziger“-Star Wilmer Valderrama in ihr Leben trat. Zur gleichen Zeit begab sich Demi in eine Rehabilitationsklinik. Neben der Drogensucht wurde sie auch wegen Bulimie und selbstverletzendem Verhalten behandelt. Eine bipolare Störung wurde diagnostiziert, über die sie einige Zeit später sagen würde: “Zurückblickend ergab alles einen Sinn.“

Für die nächsten acht Jahre führte Demi ein stabiles und offenbar glückliches Leben. Ihre Beziehung zu Wilmer endete jedoch 2016 – zwei Jahre später dann auch die Phase, in der sie fern von Drogen blieb. Das erste starke Anzeichen, dass sie in alte Verhaltensmuster verfallen sein könnte, gab es im Juni diesen Jahres. Genauer gesagt, als sie in “Sober“ (“Nüchtern“) davon beichtet, rückfällig geworden zu sein.

Wir der nächste Lebensabschnitt von Demi Lovato aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die gute Nachricht: Laut der ‘Variety’ schwebe sie nicht in Lebensgefahr. Sie sei bei Bewusstsein und ansprechbar. “Demi ist wach und ihre Familie ist bei ihr, diese möchte sich bei allen für die Liebe, Gebete und Unterstützung bedanken“, erklärt der Sprecher der Sängerin.

Was wir nicht vergessen dürfen: Demi ist bei weitem nicht die Einzige, der es so geht. Unglaublich viele Menschen – nicht nur Stars – haben immer wieder mit Drogen, Depressionen und Essstörungen zu kämpfen. Leider erfahren wir in der Regel erst dann davon, wenn es zu spät ist. Wichtig ist jedoch, dass Betroffene offen über diese Problematik sprechen können. Nur so kann ihnen wirklich geholfen werden.



Donnerstag, 26. Juli 2018