Let's Great Britain: Die Essex-Girls

Typisch britisch? VIVA.tv räumt mit Vorurteilen auf!

Stereotype gibt es wohl in jedem Land, auch das Vereinigte Königreich ist da keine Ausnahme. Welche stimmen, welche sind totaler Quatsch? VIVA.tv klärt Euch auf – und wir starten mit einem, man kann schon sagen, Phänomen, namens “Essex-Girls”. Dem ein oder anderen mag der Begriff eventuell schon untergekommen sein, die Bedeutung ist aber hierzulande den meisten eher schleierhaft.

Zum Wort an sich: Essex ist eine Grafschaft in England, nordöstlich von London gelegen. Man könnte meinen, “Essex-Girls” sind also aus dieser Region stammende Mädchen. Damit liegt man gar nicht mal falsch, allerdings bezeichnet der Begriff wohl eine sehr bestimmte Art von jungen Frauen – und wohl keine, zu denen sich Engländerinnen gerne zählen. Denn “Essex-Girl” wird dort als abschätziger Begriff verwendet und zwar für das Klischee eines blonden, wenig intelligenten Mädchens, welches ihre Partner so häufig wechselt wie ihre Schuhe. Markenzeichen: Wasserstoffblonde Haare, High Heels, Minikleidchen, starkes Make-Up, orangene Solariumbräune. Der Hype um solche Mädchen geht dort sogar so weit, dass es ähnlich dem Blondinen-Klischee eigene Witze angeblich sogar schon in Reiseführer geschafft haben sollen. Kleiner Auszug: “Was ist ein Essex-Mädchen mit zwei Gehirnzellen? – Schwanger.” Sogar ganze TV-Shows wie “The Only Way Is Essex” spielen mit dem Klischee.

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Es wird also deutlich, dass “Essex-Girl” ein Ausdruck ist, denn man jungen Engländerinnen wohl besser nicht hinterher ruft. Nichtsdestotrotz sollen einige britische Celebrities ähnlich angefangen haben. Katie Price, Jodie Marsh, Chantelle Houghton sind bekannte Gesichter und, siehe da, man munkelt auch Victoria Beckham wäre einst als “Essex-Girl” durchgegangen. Kaum zu glauben, betrachtet man die Fashion-Ikone heute.

Wie es aber immer so ist, ist auch das Bild des “Essex-Girls” ein eher übertriebenes. Mancher bezeichnet es als abgedroschenes Vorurteil, welches ein falsches Bild der Region Essex vermittelt. Aber wie wir alle wissen, steckt in jedem Klischee meist auch ein Körnchen Wahrheit. Und wer bereits das Glück hatte nach England zu reisen, der wird bestätigen: Es gibt sie, die jungen Mädchen, die auch bei Minustemperaturen mit High Heels und kurzen Röcken vor Clubs und Bars anzutreffen sind. Darauf aber auf den beschriebenen Lebensstil oder die Höhe der Intelligenz zu schließen, ist allerdings dann doch recht hoch gegriffen.

Übrigens: Wer hätte es gedacht, aber ja, es gibt tatsächlich auch den “Essex-Man”. Er hat allerdings eine vollkommen andere Bedeutung – nämlich eine Politische. Der Ausdruck entstand in den 80er und 90er Jahren als viele Wähler aus der Mittelklasse, angesiedelt in Essex, aufgrund von Margaret Thatchers Politik nicht mehr die Labour-Partei wählten, sondern in breiter Masse entgegen ihrer eigentlichen Labour-Loyalität für die Konservativen stimmten.

Dieses und weitere typische Vorurteile über Engländer und Großbritannien – hier:

Montag, 02. Juli 2012