Buntes Treiben in Klein-London.
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Der Brighton Pier bei Sonnenschein... einfach herrlich! | © Getty Images
Montag, 09. Juli 2012
London mit Strand? Ja, das gibt es und zwar in Brighton! Wenn Hauptstädter den Stress der Metropole hinter sich lassen wollen, fahren sie in das eine Stunde mit dem Zug entfernte Küstenstädtchen mit 250.000 Einwohnern. Denn Brighton bietet all das, was man an London so schätzt. Ohne die Hektik der Hauptstadt.
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Irgendwo zwischen alternativ und hip, modern und geschichtsträchtig, neugierig aufgeschlossen und traditionell britisch entsteht in Brighton eine kosmopolitische Atmosphäre der Gelassenheit und Kreativität. Kunst und Musik florieren hier wie an kaum einem anderen Ort im Vereinigten Königreich.
Einst "London by the Sea" getauft und von vielen Engländern noch immer so genannt ist Brighton vor allem Heimat für Freigeister und Kreative. Zwischen liebevoll sortierten Plattenläden im Stil der guten alten Zeiten, urigen Spelunken, versiften Proberäumen, edgy Modegalerien, Ökobäcker und Second Hand-Klamotten macht hier jeder so sein Ding.
Viele kommen als Studenten und gehen als Künstler. So zum Beispiel Fatboy Slim. Seine Studienzeit in Brighton begann er 1981 als 18-Jähriger mit Englisch, Politik und Soziologie. Schnell tauschte er Bücher gegen Turntables und klapperte als DJ die zahlreichen Brightoner Nachtclubs ab. Er blieb in der Stadt hängen. Ohne Uniabschluss. Mitte der 90er galt er dann schlagartig als Erfinder des Big Beat.
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Legendär sind seine Strandparties am Brighton Pier. Bereits die zweite Ausgabe des damals noch kostenlosen Open Air-Spektakels namens "Big Beach Boutique" lockte im Jahr 2002 mehr als 250.000 feierwütige Raver nach Brighton, die die Stadt kurzerhand für 24 Stunden lahmlegten. Das anschließend über Fatboy Slim verhängte Brighton-Auftrittsverbot ist mittlerweile wieder aufgehoben und die "Big Beach Boutique" feierte Anfang Juni dieses Jahres ihre fünfte Auflage.
Junge Künstler sprießen in Brighton noch immer wie Pilze aus dem Boden. Gerade machen Englands neuer Justin Bieber, der 18-jährige Conor Maynard, und das nicht wesentlich ältere Hip Hop-Duo Rizzle Kicks international von sich Reden. Ein Blick auf die weiteren Hochkaräter der Brightoner Musikszene macht die Vielfalt der Stadt deutlich: Blood Red Shoes, Go!Team, DJ Scotch Eggs, Pipettes, Electric Soft Parade, Beardyman, Hamilton Yarns oder The Kooks. Wenn andere Städte Schubladen bedienen, steht in Brighton ein ganzer Schrank!
ABBA gewannen hier 1974 den Eurovision Song Contest, der damals noch Grand Prix d' Eurovision hieß und bereits zehn Jahre zuvor geriet das kulturelle Planschbecken der Londoner in die Schlagzeilen, als sich die halbstarken Rocker und Mods Massenschlägereien am Strand lieferten.
Anno 2012 beherbergt Brighton eine Vielzahl von Kunst- und Musikfestivals. Besonders erwähnenswert sind das immer im Mai stattfindende, dreitätige "The Great Escape Festival" sowie das schlicht "Brighton Festival" genannte Kunstfestival, ebenfalls im Mai.
Letzteres gilt gemeinsam mit dem gleichzeitig stattfindenden "Brighton Festival Fringe"als größtes Kunstevent Englands, bei dem Künstler unter dem Motto "Artists open house" ihre eigenen Häuser für die Öffentlichkeit öffnen und Kunstobjekte ausstellen. Fehlt nur noch die jährliche Street Parade der lebendigen schwul-lesbischen Community Brightons, die "Brighton Pride".
Seht hier die Brighton-Legenden in Bildern: