Russische Justiz hält drei Punrock-Girls seit Monaten hinter Gittern fest. Checkt hier die komplette Story!
© Amnesty International
Montag, 23. Juli 2012
Mit einem "Punk Gebet" hatten Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Alechina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (29) am 21. Februar in der bekanntesten russisch-orthodoxen Kirche Moskaus gegen Russlands Präsidents Putin demonstriert. Jetzt sitzen sie bereits seit vier Monaten in Untersuchungshaft.
Die drei Damen gehören zum femenistischen Punkrock-Kollektiv "Pussy Riot", das gerne mal laut und deutlich politische Missstände anprangert. In einem repressiven Staat wie Russland ein gefährliches Unterfangen. Vor allem, wenn man sich gegen den mächtigsten Mann im Staat auflehnt.
Nadeschda, Maria und Jekaterina hatten kurz vor den russischen Präsidentschaftswahlen zu dritt im Altarraum der Christ-Erlöser-Kathedrale den Song "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!" aufgeführt. In bunten Klamotten und Masken kritisierten sie den Wahlkampf Putins und die Rolle der russischen-orthodoxen Kirche, die eng mit dem Staat verknüpft ist und Homosexualität und Feminismus feindlich gegenübersteht.
Nun werden die drei "Pussy Riot"-Mitglieder bereits seit über vier Monaten im Gefängnis festgehalten, obwohl zwei der Frauen kleine Kinder zuhause haben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Nadeschda, Maria und Jekaterina als politische Gefangene eingestuft und kritisiert das unverhätnismäßig harte Vorgehen der russischen Justiz.
Gerade erst wurde eine Verlängerung der Untersuchungshaft um sechs Monate bis zum 12. Januar beschlossen und da die künstlerische Protestaktion von "Pussy Riot" als "Hooliganismus" eingestuft wurde, droht ihnen sogar eine siebenjährige Haftstrafe.
"Ich bin sehr erschrocken über die drakonische Verlängerung der Untersuchungshaft für die Künstlerinnen von Pussy Riot", reagierte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, mit Unverständnis.
Auch die Osteuropa-Expertin der Grünen, Marieluise Beck, griff Wladimir Putin scharf an: Er sehe sich "nicht einmal mehr genötigt, auch noch nur den Anschein einer rechtsstaatlichen Fassade aufrechtzuerhalten."