Behind The Scenes of the Music Industry: Musikvertrieb

So kommt Musik beim Hörer an.

Damit fertig produzierte Musik auch wirklich beim Kunden ankommt, gibt es Musikvertriebe. Während Musikvertriebe sich früher hauptsächlich darum gekümmert haben, dass Schallplatten und CDs nach ihrer Fertigstellung so schnell wie möglich bei den Einzelhändlern im Regal standen, sind sie heute natürlich zunehmend damit beschäftigt, digitale Verkaufsplattformen wie iTunes oder Amazon zeitnah zu beliefern.

Artist & Repertoire

Die Arbeit eines Musikvertriebes beginnt mit der Akquise von Plattenfirmen. Jedes Label handelt mit einem Musikvertrieb individuell aus, welche Bestandteile aus seinem Musikkatalog durch den Vertrieb in den Markt eingespeist werden sollen. Der Vertrieb ist natürlich daran interessiert, mit möglichst vielen Veröffentlichungen pro Jahr von möglichst bekannten Bands beauftragt zu werden, denn er verdient an jedem Verkauf mit. Besonders unabhängige Vertriebe achten oft auch darauf, dass ihre Labels bzw. Artists bestimmten Genres entsprechen und somit in ihr Artist Roster passen. Dieser Job wird bei den Vertrieben von der A&R-Abteilung geleistet.

Marketing

Die Marketing-Abteilung eines Musikvertriebes arbeitet eng mit der Marketing-Abteilung der Plattenfirmen zusammen. Gemeinsam beobachten und analysieren sie den Markt permanent, um herauszufinden, an welchen Stellen unter Zuhilfenahme welcher Promotion-Instrumente wann wieviele Verkäufe abgesetzt werden können. Außerdem ist sie dafür zuständig, den Vertrieb selbst als Unternehmen zu repräsentieren und neue Kunden, sprich Plattenfirmen, zu akquirieren.

Labelmanagement

Das Labelmanagement ist das Bindglied zwischen Plattenfirma und Musikvertrieb. Die Labelbetreuer stehen in ständigem Kontakt zu den Labels, um deren Ziele, Wünsche und Probleme an die anderen Abteilungen des Vertriebes weiterzugeben. Sie sammeln außerdem jegliche über die Artists verfügbaren Informationen, um die Musik bestmöglich vermarkten zu können.

Die Vertreter

Ja, richtig. So wie bei Euch zuhause früher vielleicht ab und zu mal ein netter Herr geklingelt hat, um einen Staubsauger zu verkaufen, entsendet ein Musikvertrieb ausgewählte Mitarbeiter, die die lokalen Einzelhändler vor Ort besuchen, um ihnen die neuesten Veröffentlichungen schmackhaft zu machen. Natürlich haben sie stets gute Argumente im Gepäck, warum sich die jeweiligen Titel besonders gut verkaufen werden. In Zeiten der vollkommenen Digitalisierung wird aber natürlich auch immer mehr Vertreter-Arbeit am Computer oder Telefon geleistet.

Export

Wer in der Export-Abteilung eines Vertriebs arbeitet, sorgt dafür, dass die von seiner Firma vermarktete Musik, bisweilen auch im Ausland landet. Diese Menschen sind meist einigermaßen fit, was Fremdsprachen angeht, haben schon mal etwas von Buchhaltung gehört und wissen, wie man Pakete so schnürt, dass sie nicht am Zoll hängen bleiben.

Warenein- und ausgang

Hier werden Angebot und Nachfrage koordiniert. Tausende von CDs werden täglich angeliefert und ausgefahren. Lieferscheine, Barcodes und Logistik spielen hier eine große Rolle. Über das brancheninterne System PhonoNet werden die meisten Bestellungen von Musikhändlern elektronisch abgewickelt und dank MP3 ist ein großer Teil des täglichen Warenverkehrs heutzutage relativ einfach zu handhaben.

Mittwoch, 15. August 2012