Bizarrer Trend: Wohnen in leerstehenden Gebäuden

Für eine minimale Miete hunderte von Quadratmetern bewohnen? Als "Wohnungswächter" kann man ganz einfach in verlassenen Schulen, Kirchen oder Krankenhäusern hausen.

Wer ‘Shining’ von Stanley Kubrick gesehen hat, dem schauderts bei der Vorstellung ein riesiges, leerstehendes Gebäude bewachen zu müssen. Im Film soll Jack Nicholson in den Wintermonaten das Overlook-Hotel in den Bergen Colorados bewachen. Kaum sind die Touristen verschwunden, zieht Jack mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn ein und der Horror geht los. Todesgruselige Dinge passieren im Hotel und Jack dreht komplett durch. Will man das? Nein!

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Inzwischen gibt es aber einen Trend, der nichts für Menschen mit schwachen Nerven ist (oder für Diejenigen, die sich bei ‘Shining’ unter der Decke verkrochen haben): Das Wohnen und Bewachen von leerstehenden Gebäuden. An sich ist die Idee spitze, denn man kann für eine minimale Miete unglaublich viel Raum in möglicherweise historischen Gebäuden bewohnen und gleichzeitig das Bauwerk vor Vandalismus und Verfall schützen. Die Vorstellung nach Herzenslust Musik aufzudrehen, ohne die Nachbarn zu nerven oder mit dem Skateboard durch lange Gänge zu düsen, ist schon sehr verlockend. Auf der anderen Seite sollte man sich schon gut überlegen, ob man wirklich alleine in einem riesigen und unheimlichen Gebäude hausen will, schließlich haben Schulen, Kirchen und Co. eine lange und eventuell düstere Geschichte.

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Die niederländische Firma Camelot hat aus dieser Idee ein ganzes Geschäftsmodell entwickelt: wenn ein Gebäude leer steht, vermittelt Camelot einfach “Wächter”, die das Gebäude nicht nur bewachen, sondern eben auch darin wohnen. Dafür sucht die Firma vor allem junge, flexible Leute, denn der Wohnspaß kann schnell vorbei sein, wenn zum Beispiel ein Kloster von einem Investor in ein Altersheim oder ähnliches verwandelt wird. Im Prinzip kann man aber so lange im leerstehenden Haus wohnen, bis der Eigentümer weiß, was aus dem Gebäude werden soll. Meistens kostet der Spaß nicht mehr als 150 Euro im Monat. Und gruselige Zwillingsmädchen mit blutunterlaufenen Augen gibt’s eh nur im Film.

Was meint Ihr, hättet Ihr Lust in einer alten Schule, einem ganzen Schloss oder gar in einem unbewohnten Kloster zu wohnen? Was würdet Ihr als Hausherr in dem Gebäude treiben? Oder ist das alles viel zu gruselig für Euch? Diskutiert mit!

Donnerstag, 02. August 2012