Warum werden Hipster gedisst? Warum scheint Club Mate eins ihrer Grundnahrungsmittel zu sein? Und warum mag sich selbst niemand als Hipster bezeichnen? Wir klären auf.
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Donnerstag, 09. August 2012
Die Klischees wurden zur Genüge erfüllt: Bart, Röhrenjeans, Jutebeutel, Club Mate, Nerdbrille – diese Utensilien machen in der popkulturellen Vorstellung die ultimative Hipster-Uniform aus. Aber ist es wirklich so einfach? Lässt sich eine komplette Subkultur auf ein paar Äußerlichkeiten reduzieren? Woher kommt überhaupt der Begriff ‘Hipster’ und seit wann verbreiten sie ihre Hipness in den Großstädten? Und warum werden sie eigentlich so gehasst, die modischen Städter, die sich für Kunst, Design und Technik interessieren? Wir versuchen Licht in das Dunkel der Abneigung zu bringen.
Was ist ein Hipster?
Der Begriff Hipster ist erstaunlich alt. Der Name wurde einem Boogie-Pianisten, Harry “The Hipster” Gibson entlehnt und bezeichnete meist schwarze Musiker und Musik-Fans, die in ihrem Geschmack und Stil für ihre Zeit ziemlich fortschrittlich waren. Heute bezeichnet der Begriff eher die urbane Mittelschicht, also junge Menschen, die durchaus genügend Taschengeld haben, um sich all den Schnickschnack zu kaufen, den man als Hipster so benötigt. Denn ein Jutebeutel allein reicht hier nicht aus, nein, ein iPad und ein iPhone (eigentlich so viele Apple-Produkte wie möglich) und ein teures Rennrad gehören mindestens zur Grundausstattung eines hippen Trendsetters. Fest steht, dass der moderne Hipster nicht in Deutschland, sondern in den 90ern in den USA geboren wurde. Anfang der 2000er schwappte seine Spezies dann mit Truckerkappen auf dem Schädel über den großen Teich nach Deutschland und natürlich als Erstes in die Großstädte.
Warum werden Hipster gehasst?
Eigentlich sind sie doch ganz harmlos. Friedliebende Menschen, die nicht auf den Kopf gefallen sind und irgendwie immer als erstes wissen, was cool ist – was ist daran so schlimm? Eine Rolle beim Hipster-Bashing spielt auch immer ein klein wenig der Neid. Man kann sich noch so anstrengen, irgendwie sind die Hipster immer schneller. Sie wissen, welche Musik als nächstes angesagt ist, was man trägt, isst, wofür man ist und wogegen man ist. Und dabei sehen sie aus, als würde das alles so gar keine Mühe machen. Wie leicht kann es jemandem eigentlich fallen cool zu sein? Da aber niemand offen zugeben würde, dass man ein wenig neidisch auf die Hipster ist, macht man sich eben lustig. Und das ist auch legitim, schließlich gibt es Exemplare, bei deren Anblick man nur noch den Kopf schütteln mag. Neon-Leggins zu Palmen-Frisur mit Omas oller Brille? Das soll cool sein? Nicht für mich! Es gibt Facebook-Hassgruppen, Blogs, Bücher und Merchandise, mit dem man dem eigenen Groll gegen Hipster freien Lauf lassen kann.
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Warum würde sich selbst niemand als Hipster bezeichnen?
Das Heiligtum der Hipster: Individualität! Aber wie es mit allen, sich abgrenzenden Subkulturen ist – irgendwann überwiegt immer die Uniformität. Selbst wenn man sich die gängigsten Hipster-Klischees an den Körper schnallt, man würde sich nie nie nie selbst als Hipster bezeichnen. Natürlich spielt die allgegenwärtige Abneigung eine große Rolle – denn wer will sich schon selbst an den Pranger stellen? Aber auch diejenigen, die den hippen Lebensstil mit allem was dazugehört (Gemüsegarten auf dem Dach, Fixie-Fahrrad, Omas-Kleiderschrank und iPad unterm Arm) leben, wollen es nicht einsehen. Punks bezeichnen sich als Punks, Emos bezeichnen sich als Emos, aber der Hipster? Der würde sich selbst wohl als individuelles, urbanes und vorwärtsgerichtetes Wesen mit exzellentem Musikgeschmack bezeichnen. Und wer etwas anderes behauptet, der bekommt eine Club Mate-Dusche!
Gibt es überhaupt noch Hipster?
Das Problem mit dem Hipster im Vergleich zu Punks ist, dass es sich hier nicht um eine einigermaßen homogene Gruppe handelt. Der Hipster will individuell sein und entwickelt sich so in seiner Erscheinung und in dem, was er mag, rasend schnell weiter. Der Hipster von gestern ist keinesfalls der Hipster von morgen und wahrscheinlich würde er sein Ich von gestern auslachen. Der Begriff ist sogar so schwammig, dass man fast behaupten mag, dass es gar keine mehr Hipster gibt, weil sie einfach so unterschiedlich geworden und überall auf der Welt anders sind.
Was glaubt Ihr? Findet ihr Hipster cool oder peinlich? Würdet Ihr Euch selbst als einen bezeichnen oder wollt ihr damit nix zu tun haben? Diskutiert mit!
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