Radiomoderatorin klopft Nazi-Sprüche!

Es sollte ein Witz sein, den keiner verstand. Es folgt eine Anzeige, dann kommt es zur Kündigung. Die ganze Geschichte, hier.

Radiomoderatorin klopft Nazi-Sprüche!

Freitag, 10. August 2012

Es passierte in München ... Wir schreiben einen Samstagmorgen im Juli. Es ist heiss draussen und in der Redaktion von "Gong 96,3" sitzt eine freie Mitarbeiterin, um die Sendung am Wochenenede zu moderieren. Sie redet über das heisse Wetter und fühlt mit allen, die an diesem sonnigen Tag arbeiten müssen. Dann passiert das Unfassbare! Sie schließt dieses Mitgefühl mit dem Satz: "Arbeit macht frei".

Für alle, die damit nichts anfangen können: Dieser Satz ist untrennbar mit der NS-Zeit, eine Parole, und zierte sogar den Eingang des Konzentrationslagers in Ausschwitz. Somit ist dieser Satz in keinster Weise ein Witz.

Ein Ehepaar in München hatte die Sendung gehört und rief sofort beim Sender an. Hier wurde ihnen gesagt, sie sollen doch bitte die Stellungsnahme auf Facebook lesen. Das Ehepaar bat darum, sich auch im Radio für diesen Satz zu entschuldigen. Daraufhin die Dame am Telefon: "Nehmen sie es doch einfach mit Humor." Das Paar erstattete Anzeige.

Gar nicht lustig fand das der Gong-Chef. Geschäftsführer Georg Dingler dazu: "Die Geschäftsführung ebenso wie die Redaktion distanzieren sich klar und eindeutig von der Aussage unserer Moderatorin, deren Inhalt nicht tragbar ist und mit der die Moderatorin massiv gegen unsere Programmgrundsätze verstoßen hat, nämlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Staates und die Ablehnung jeder extremen Ansichten. Das Verhalten der beiden Mitarbeiterinnen ist deshalb in keiner Weise akzeptabel und wird von uns scharf missbilligt. Ich habe daher die Zusammenarbeit mit der freien Moderatorin und mit der Studioassistentin, die das Hörertelefon entgegen genommen hat, unverzüglich beendet."