"Drogen Oma": zweieinhalb Jahre Haft

In Waschmittelboxen transportierte sie rund tausend Kilogramm Marihuana aus Holland nach Deutschland.

Alles habe 2006 mit einer Autopanne im niederländischen Grenzort Venlo angefangen. Zwei Männer hätten den Wagen wieder flottgemacht und sie gefragt, ob sie nicht “Waschmittelkartons” unter anderem nach Düsseldorf und Dortmund bringen wolle. Erst habe sie nur die Benzinkosten, später bis zu 700 Euro pro Fuhre erhalten.

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Das Landgericht Düsseldorf hat die 76 Jahre alte Rentnerin wegen Drogenschmuggels jetzt zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte der Frau 32 Drogenfahrten zur Last, bei denen sie meist zwei bis drei Kilogramm in Waschmittelboxen und Sporttaschen schmuggelte. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre, der Verteidiger mit Blick auf das hohe Alter der Oma und ihren Gesundheitszustand eine Bewährungsstrafe gefordert. Die Auftraggeber hätten so viel Druck ausgeübt, dass die Frau jede Maßnahme aufgegeben habe, sich aus dem Drogenring zu befreien. Die Richterin konnte diesem Argument nicht folgen, eine Bewährungsstrafe nur zu verhängen, weil die Angeklagte alt und krank sei, “wäre das völlig falsche Signal”.

Freitag, 24. August 2012