Fragwürdige Form der Rekrutierung sorgt für öffentliche Kritik an der Bundeswehr. Dürfen Jugendliche mit Sonne, Strand und Party für den Kriegsdienst begeistert werden? Hier könnt ihr mitdiskutieren!
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Dienstag, 25. September 2012
"Bist Du Berg oder Beach-Typ?" lautet die Eingangsfrage der neuen Bundeswehr-Kampagne. "Nach Sardinien oder in die Alpen – for free" verheißt ein stylisches Plakat mit schneebedeckten Bergen und einer romantischen Alm-Hütte auf der einen und einem weißen Sandstrand und Palmen auf der anderen Seite.
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Das Bundeswehr-Flugzeug ganz oben im Bild sieht man fast gar nicht. Stattdessen wird ein Abenteuer-Urlaub mit wahlweise Wassersport oder Bergsteigen suggeriert. "BW-Adventure Camps" nennen sich dann auch die neuen Ferienlager der Bundeswehr, die Jugendliche unter dem Motto "Action, Adrenalin, Abenteuer" für den Dienst an der Waffe begeistern sollen.
Durchgeführt wird die Kampagne vom Deutschen Verteidigungsministerium in Kooperation mit der Jugendzeitschrift "Bravo". Gemeinsam will man die Zielgruppe der 16-21-Jährigen mit "krassen Wasserwettkämpfen, crazy Strandspielen und coole Beachpartys" für sich gewinnen.
Das Kinderhilfswerk "terre des hommes" hat bereits lautstark protestiert. Mit Bildern von Beachparties dürfe nicht für einen Beruf geworben werden, zu dem Auslandseinsätze unter Lebensgefahr gehören. Auch die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) ist der Meinung, dass die bewusste Assoziierung von Bundeswehr-Dienst mit Abenteuer-Urlaub absolut unangemessen sei.
Die Bundeswehr selbst betrachtet diese Kritik als ungerechtfertigt. "Wenn wir ein sachlich aufklärendes Video machen, wird sich das kein Mensch angucken. Junge Menschen müssen in ihrer Sprache und ihrer Bilderwelt angesprochen werden", so Personalbewerbungsleiter Stefan Stoll.
Man wolle die Jugendlichen zunächst einmal über die Adventure Camps mit aktiven Soldaten in Kontakt bringen. Bei einem anschließenden Dialog könnten die Jugendlichen Informationen aus erster Hand über ein Engagement bei der Bundeswehr bekommen. Über mögliche Gefahren und negative Aspekte des Berufs würde man dann schon aufklären.
Warum der kritisierte Werbespot mittlerweile nicht mehr im Netz zu sehen ist, wollte bei der Bundeswehr übrigens bisher niemand kommentieren.
Was denkt Ihr: Ist die neue Bundeswehrkampagne verantwortunglos oder sollten Jugendliche selbst in der Lage sein, den Beruf des Soldaten richtig einzuschätzen?