Was jetzt als Skandal eingestuft wird, ist im Underground schon lange üblich: ein kleines Berliner Label stellt den Rand der Gesellschaft auf den Laufsteg.
© Muschi Kreuzberg
Montag, 08. Oktober 2012
Die deutsche Ausgabe der "Vogue" führt eine Fotostrecke, die Models im Obdachlosen-Look zeigt. Man sieht einem Einkaufswagen voller Getränkedosen, Müll im Hintergrund, aber teure Kleidung an den Models. Jetzt ist die Aufregung groß, der Spiegel spricht gar von einer geschmacklosen Kombination: "Kleidungsstücke für mehrere tausend Euro ergänzt um die Insignien extremer Armut".
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Dabei arbeiten Underground-Labels schon lange mit dieser Form der Provokation und ernten dafür meist Applaus. Sehr konsequent setzt das Berliner Label "Muschi Kreuzberg" auf Models, die aus dem üblichen Ästhetik-Rahmen fallen. Aber der Umgang mit den "Obdachlosen-Models" ist würdevoll, sie werden auf Veranstaltungen und Modeschauen nicht ausgegrenzt.
Die Vogue hat also im Underground Ideen geklaut, und bekommt dafür Schelte. Wir finden das lustig.