Johanes war Neonazi. In der Jugendhaft entdeckt er seine Faszination für Religion. Heute ist er Pastor und erzählt bei '180°' seine Geschichte. Hier erfahrt Ihr mehr.
Freitag, 19. Oktober 2012
Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wird Johannes in der Schule gemieden und schämt sich seiner Herkunft. Mit 13 Jahren schließt er sich in Celle den Neonazis an, die ihm das Gefühl vermitteln zur "Elite" zu gehören.
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Nachdem es zwei Jahre später mit einigen ausländischen Jugendlichen zu einer extremen Gewalteskalation kommt, beginnt Johannes, Ausländer zu hassen und wird zunehmend radikaler. Am 9. August 1999 überfällt er mit einem Freund einen Mann in seiner Wohnung. Die beiden schlagen den 44-Jährigen so brutal zusammen, dass dieser am nächsten Tag im Krankenhaus seinen Verletzungen erliegt. Johannes und sein Freund werden wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu jeweils fünf Jahren Jugendhaft verurteilt.
>>> Johanes im Interview mit mokant.at.
Im Gefängnis gilt er zunächst als gefährlich und gewaltbereit. Nach einigen Jahren Haftstrafe trifft Johannes schließlich auf Christen von der Gefährdetenhilfe, die sich seiner annehmen. Seitdem besucht er regelmäßig den Gottesdienst.
Nach seiner Entlassung macht Johannes das Fachabitur, schließt sich der Baptistengemeinde in Hameln an und beginnt Theologie zu studieren. Heute warnt er bei öffentlichen Veranstaltungen regelmäßig vor den Gefahren des Rechtsextremismus: "Ich schäme mich. Ich kann nichts wieder gut machen, ich kann nur davon erzählen."
Über sein Leben hat er ein Buch geschrieben: "Vom Saulus zum Paulus – Neonazi, Mörder, Pastor – meine drei Leben".
Heute Abend ab 20:15 Uhr erzählt Johanes seine ergreifende Geschichte bei '180°'.