Nach Amoklauf in den USA: Waffenlobby meldet sich zu Wort

Hunderttausende kämpfen mit Online-Petitionen für eine Verschärfung der Gesetze. Lest hier alles über den aktuellen Stand in Amerika.

Menschen, die vor dem Washingtoner Kongress gegen Waffen protestieren. Hunderttausende, die Online-Petitionen unterzeichnen, um eine Verschärfung der Gesetze zu erreichen. Eine Firma, die kugelsichere Ranzen für Kinder anbietet. Was ist da los, in den USA?

>>> Nach Amoklauf: Tom Cruise sagt Premiere ab

Fest steht, dass auch vier Tage nach dem schrecklichen Amoklauf in Newton, die Diskussion um Waffen in den USA nicht nur wieder entflammt, sondern so emotional wie nie zuvor geführt wird. Denn Schiessereien sind in den USA so häufig wie in keinem anderen entwickelten Industrieland: 30.000 Menschen sterben jährlich durch Schusswaffen. Knapp 60 Prozent davon sind Selbstmorde, 40 Prozent sind Tötungsdelikte. 20 Millionen Waffen gehen in den USA über den Ladentisch – jährlich, wohlgemerkt.

Die Demokraten versuchen nun, Sturmgewehre verbieten zu lassen. Darunter fällt auch das AR-15, mit welchem der Attentäter in Newton seine 26 Opfer tötete. Doch laut Spiegel.de gab es schon einmal so ein ähnliches Verbot, das 2004 nach zehn Jahren automatisch auslief. So einfach ist es nicht, in den Vereinigten Staaten eine Verschärfung der bestehenden Gesetze zu erreichen. Denn traditionell sind die Republikaner (haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus) und der Oberste Gerichtshof gegen eine Verschärfung.

Jetzt – nach vier Tagen – meldete sich endlich auch die US-Waffenlobby NRA zu Wort. Sie sei schockiert und untröstlich über die jüngsten Ereignisse und werden alles tun, damit “dies nie wieder geschieht”.

Bleibt abzuwarten, wie Amerika das grundsätzliche Problem in den Griff bekommen will.

Mittwoch, 19. Dezember 2012