Tübingen: Vollgekotzte Vorgärten

Die Studentenstadt Tübingen hat ein Problem: Betrunkene. Weil sie so ein Chaos veranstalten, soll ein Alkoholverbot verhängt werden.

Tübingen: Vollgekotzte Vorgärten

Mittwoch, 02. Januar 2013

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist sauer. Richtig, richtig sauer. Nach dem Wochenende sieht die Gegend rund um einzelne Bars, Clubs und Diskotheken aus wie nach einem Festival. Sagt er jedenfalls:

"Die Straßen sind voller Scherben, Vorgärten werden verwüstet und vollgekotzt, die Nachtruhe wird gestört, es kommt zu Schlägereien mit schweren Körperverletzungen, manche Angetrunkene torkeln vor fahrende Autos."

In der Stadt am Neckar passiert, was in den meisten Studentenstädten der Fall ist: Junge Leute treffen sich am Wochenende zum Vorglühen, gehen gemeinsam aus und teilweise nicht mehr ganz so nüchtern nach Hause. Die Stadt hat schon Sozialarbeiter und mehr Polizisten im Einsatz, das bringt aber nach Angaben von Oberbürgermeister Palmer nichts. Der Grünen-Politiker will deshalb ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot durchsetzen.

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Wären das dann amerikanische Verhältnisse, in denen alkoholische Getränke auffällig unauffällig mit braunen Papiertüten umwickelt werden? Vermutlich wird es nicht soweit kommen, denn nach den geltenden Gesetzen dürfen Kommunen keine Verbotszonen einrichten. Trotzdem hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einem runden Tisch eingeladen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Vollgekotzte Vorgärten wird es also noch eine Weile in Tübingen zu bestaunen geben.