Der gute Monat: "Containern"

    Leben aus der Mülltonne - Das hat in Deutschland nicht unbedingt etwas mit Armut zu tun. Erfahrt hier alles rund ums "Containern"!

    Wenn der Durchschnittsdeutsche Hunger hat, dann geht er an guten Tagen ins Restaurant oder zum Imbiss, meistens jedoch einfach in den Supermarkt. Wenn ein “Dumpster” Hunger hat, dann macht er sich auf die Suche nach einer gut gefüllten Mülltonne. Immer mehr Menschen in Deutschland ernähren sich von Lebensmitteln, die andere in die Tonne werfen. Doch was steckt dahinter? Wir haben uns den ungewöhnlichen Trend für Euch mal genauer angesehen.

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    Was ist “Containern”?
    Als “Containern” oder “Dumpstern” wird die Mitnahme von Lebensmitteln aus Abfalltonnen von Supermärkten oder teils auch Fabriken bezeichnet. Extreme “Dumpster” ernähren sich ausschließlich von solchen “Mülltouren”. Die Supermärkte müssen die Nahrungsmittel entsorgen, weil sie das gesetzlich festgelegte Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben oder durch kleine Druck- und Gammelstellen nicht mehr als verkaufbar gelten. Trotzdem sind sie für den Menschen meist noch gut verträglich, was sich die “Dumpster” zu Nutzen machen.

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    Welche Motive haben “Dumpster”?
    Wer sich von Abfällen ernährt, muss noch lange nicht bedürftig sein. Trotzdem ist ein Teil der “Dumpster” auf das Essen aus der Mülltonne angewiesen. Der andere Teil sind meist politische Aktivisten, die durch ihre Ernährung gegen die Verschwendung und das Konsumverhalten in unserer Wegwerfgesellschaft protestieren wollen.

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    Wie funktioniert “Containern”?
    Einfach los laufen und sich eine Mülltonne suchen? – Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Viele Tonnen sind mit schweren Schlössern versperrt und nicht in jeder offenen Mülltonne wartet gleich das nächste Schlaraffenland. Deshalb hat sich die Containern-Community ziemlich gut organisiert: In Foren und Blogs werden Tipps gegeben, wo man in welchen Städten am besten Essen findet. Mittlerweile kann man von einer richtigen “Dumpster-Szene”sprechen: Gemeinsame Container-Streifzüge gehören genauso zum Lebensstil, wie bestimmte Szenebegriffe und sogar auf ein eigenes Kochbuch kann die Community zurückgreifen.

    >>> Bekommt hier einen Einblick in die Internetcommunity der 'Dumpster'.

    Ist Containern legal?
    Nach deutschem Gesetz gehört sogar Abfall seinem ursprünglichen Eigentümer. Deshalb zählt “Containern” offiziell als Diebstahl. Auch das unerlaubte Betreten des Supermarktgeländes gilt als “Hausfriedensbruch”. 2004 wurde eine Kölnerin wegen Diebstahl zu 60 Arbeitsstunden verurteilt. In den jüngsten Urteilen wurden, auf frischer Tat ertappte “Dumpster”, aber vermehrt freigesprochen.

    Könntet Ihr Euch vorstellen aus der Mülltonne zu leben? Habt Ihr es vielleicht schon mal probiert und wenn ja, welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht. Wir wollen Eure “Dumpster”-Geschichten!

    Montag, 14. Oktober 2013