Der gute Monat: 5 Fragen an Nicole vom Label "DearGoods"

Die Chefin des nachhaltigen Kleidungslabels über die Billigklamotten und Chemie in unserer Kleidung.

Spätestens seit die großen Bekleidungsketten Öko-Linien in ihr Sortiment aufgenommen haben, ist Bio-Kleidung wieder in aller Munde. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass seine Klamotten weder Chemie beinhaltet noch für die Ausbeutung an Arbeitern in Indien verantwortlich ist, kauft jedoch lieber bei kleineren Labels. "*"DearGoods"*:http://www.deargoods.com/" ist ein Online-Shop, der den Spagat zwischen Fashion und Nachhaligkeit geschafft hat. Wir stellten der Chefin, Nicole Noli, fünf Fragen, die uns unter den Nägeln brennen.

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1. DearGoods hat wunderbare Kleidung und Accessoires im Angebot. Leider sind hochwertige und nachhaltige Kleider immer auch etwas teurer. Warum sollten Jugendliche mit geringem Budget trotzdem lieber bei Euch kaufen?

“Weil sie eine bessere, schadstofffreie Qualität bekommen und keine Ausbeutung unterstützen. Zum Preis; T-Shirts kosten bei uns zwischen 20 und 40 Euro. Da kauft man sich lieber einmal im Monat ein Shirt für 30 Euro als fünf Shirts bei einer Billigmode-Kette, oder? Dieser überdrehte Billigkonsum, der ausschließlich durch hemmungslose Ausbeutung von Menschen und Umwelt möglich ist; muss dringend entschleunigt werden. Alles ist so billig, dass man Massen davon kauft, da das Wegwerfen ja nicht wirklich weh tut. Lieber sollten wir uns weniger Teile kaufen, sie dafür länger tragen – und mehr lieben!”

2. Inwiefern ist nachhaltige Kleidung gut für die Umwelt?

“Nachhaltige Kleidung wird „ressourcen-schonend“ und schadstofffrei hergestellt. Es werden nachwachsende Rohstoffe verwendet oder recycelte Materialien. So werden zum Beispiel für den Anbau von Biobaumwolle keine Pestizide verwendet und weniger Wasser. Die Felder und die Grundgewässer werden daher nicht mit chemischen Rückständen belastet und verseucht. Es wird in Kauf genommen, dass die Baumwolle dafür etwas langsamer wächst, aber dafür nicht die Böden verseucht und ausgebeutet werden.”
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3. Wie kommen Farben denn ohne Chemie in die Kleider? Zum Beispiel bei Jeans?

“Die Farben kommen durch den Faktor Zeit in die Kleidung. Beim herkömmlichen Färben werden Wirkstoffbeschleuniger und Schwermetalle zugesetzt; diese ermöglichen, dass ein Stoff innerhalb von Minuten fertiggefärbt ist.
Öko-Stoffe werden einfach länger in der unbelasteten Farbe gelassen.
Die Farbe für die Bio-Jeans wird aus der Indigopflanze gewonnen. Die Haltbarkeit der Farbe wird durch die Zugabe natürlicher Stoffe wie Essig, Lauge oder Harnsäure erreicht. Diese Indigo-Färbung ist eine uralte Technik. Schon seit Jahrtausenden wird Kleidung mit Pflanzen und auch Gemüse gefärbt. Das hat Jahrtausende funktioniert und das ist auch heute noch möglich.”

4. DearGoods sichert ja zu, dass für die Mode keine Tiere leiden mussten. Wie gewährleistet Ihr diesen Qualitätsstandard?

“Wir wählen nur Kleidungsstücke und Produkte aus, welche keine Materialien tierischer Herkunft enthalten.”

5. Kaufen bei Euch nur Vegetarier und Veganer?

“Auch, aber natürlich nicht nur. Unsere Kunden sind ganz bunt gemischt.
Für einige unserer Kunden ist die faire Herstellung entscheidend, andere Kunden tragen einfach am liebsten Bioqualität auf der Haut. Viele unserer Kunden kommen aber auch, weil die Sachen einfach schön und stylisch sind. Manchmal stellen die Käufer erst hinterher fest, dass sie ein gänzlich ausbeutungsfreies Kleidungsstück erworben haben und freuen sich dann zusätzlich über das gute Gewissen.
Auch unser Team ist nicht ganz vegan/vegetarisch. Für uns zählt es, die Welt für Tier, Mensch und Umwelt ein Stück besser zu machen. Und damit möchten wir alle ansprechen, nicht nur Vegetarier und Veganer. Die haben es eh schon verstanden.”

Sonntag, 13. Oktober 2013