Giraffe Marius: So grausam geht es in anderen Zoos zu

  • Der Lastwagen mit dem Lebendfutter wird zu den Tigern gefahren. Dann kippt der Anhänger langsam nach hinten.

  • Die kleine Ziege fällt den Tigern genau vor die Füße. Sie schreit vor Angst.

  • Sofort stürzen sich die Tiger auf die Ziege und beginnen, von allen Seiten an ihr zu reißen. Jetzt schreien die Touristen, ob vor Entsetzen oder vor Freude, weiß man nicht genau.

  • Einige Tiger beteiligen sich nicht an dem Spektakel. Sie werden auch regulär gefüttert, die Show mit der Ziege ist nur für die Touristen.

  • Die Ziege hat es überstanden, die Tiger spielen noch ein wenig mit den Überresten.

  • Andere Szene: Ein Zoobesucher hat sich ein Huhn gekauft, um es zu verfüttern. Viele Kinder gucken interessiert zu.

  • Nachdem die Löwen angelockt wurden, fliegt das Huhn in hohem Bogen in ihr Gehege.

  • Die Löwen machen sich bereit.

  • Diese Löwin hat das Huhn in der Luft geschnappt und trägt ihre Beute entspannt in eine Ecke, um sich darüber herzumachen.

  • Noch eine andere Szene: Diesmal darf der Tourist Tigern ein lebendes Huhn an einem Seil vor die Nase halten.

  • Die Tiger haben das Tier bereits entdeckt und freuen sich auf das kleine Spiel.

  • Das Seil hat sich in einem Baum verfangen, das Huhn baumelt hilflos über den Tigern.

  • Ein Tiger setzt zum Sprung an und schnappt sich das Huhn. Nachdem der Tiger es vom Seil abgerissen hat, trägt er es weg, während das Huhn noch mit den Flügeln schlägt.

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    Tierschützer schicken Todesdrohungen gen Kopenhagen. In anderen Zoos ist es aber noch viel schlimmer, da werden lebende Tiere ins Raubtiergehege geworfen.

    Ernsthaft, gerade kotzen uns Menschen extrem an. Wie grausam, selbstgefällig und dumm einige Exemplare dieser Gattung sind, haben unsere Recherchen zum Thema Giraffe Marius im Kopenhagener Zoo ein weiteres Mal gezeigt.

    Aber von Anfang an. Der Kopenhagener Zoo ist weltweit in die Kritik geraten, weil eine junge Giraffe getötet, vor den Augen vieler Kinder zerlegt und an Löwen verfüttert wurde. Die Begründung des Zoos dafür war, dass Marius, so heißt der kleine Giraffenbulle, kein brauchbares Genmaterial in sich trägt, um zum Beispiel an einen anderen Zoo in Europa vermittelt zu werden. Die Gefahr der Inzucht ist mittlerweile zu groß. Deshalb wurde er Löwenfutter.

    Zehntausende Menschen haben daraufhin für die Schließung des Zoos demonstriert, mehrere tausend wütende E-Mails kamen an, teilweise mit Morddrohungen gegen den Direktor. Gleichzeitig entbrannte eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Fütterungen dieser Art, einige Kommentatoren im Netz forderten sogar, die Giraffe hätte lebend ins Gehege der Löwen gehetzt werden sollen.

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    An dem Tod von Giraffe Marius haben wir alle Schuld. Wir, die wir gern in Zoos gehen und uns kleine Babytiere exotischer Arten ansehen. Logischer für den Zoo wäre es ja gewesen, erst gar kein Giraffenbaby zu züchten, wenn es eh kein brauchbares Genmaterial mehr hergibt und man es töten muss. Aber nein, es ist ja so niedlich mit seinen langen Wimpern, dem kleinen, spitzen Mund und den unbeholfenen Schritten auf seinen langen Beinen. Außerdem – ist das Leben einer Giraffe mehr wert als das einer Kuh oder eines Schweins?

    Wie anfangs schon angedeutet gibt es Zoos, die viel grausamer gegenüber ihren Futtertieren sind. In China kann man sich als Zoobesucher ein lebendes Huhn kaufen, es an ein Band binden und es dem Raubtier seiner Wahl vor die Nase werfen. In Safariparks werden lebende Ziegen oder Rinder aus einem Lastwagen heraus einer Meute Tiger oder Löwen vor die Füße gekippt. Die in Todesangst schreienden Futtertiere werden vom Gekreische der Touristen übertönt, die sich alles hinter sicheren Scheiben eines Busses ansehen, Fotos und Videos machen und es anschließend als “krasses Schauspiel der Natur” ihren Freunden erzählen.

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    Das ist die Natur, sagen einige. Ja, das ist die Natur, allerdings die grausame Natur des Menschen. Diese Show wird zur Belustigung von Touristen abgezogen, die offensichtlich kein Herz haben oder nicht genug Hirn, um das Ganze einmal kritisch zu überdenken. Ob Löwen, Tiger und Pumas nun Rindersteak, Babygiraffen oder lebende Ziegen bekommen, uns ist die Lust auf Zoos gründlich vergangen.

    Wir wollen Euch die Videos nicht zeigen, es gibt aber wirklich unzählige im Netz. Wer einmal richtig heulen will, guckt sie sich an. Hier sind stattdessen ein paar Screenshots.

    Mittwoch, 12. Februar 2014