Gibt es bald ein Herz aus dem 3D-Drucker?

Wissenschaftler arbeiten an einer Technologie, mir der sie Organe ganz einfach drucken wollen. Wie das gehen soll, erfahrt Ihr hier.

Organspende ist und bleibt ein heikles Thema. Viele Menschen sterben, weil kein Spender gefunden wird oder ihr Körper das fremde Organ abstößt. Zudem schwächen immer wieder Skandale über das Vergabeverfahren der Organe das Vertrauen von potenziellen Spendern in das Verfahren. Doch das alles könnte schon bald der Vergangenheit angehören: Forscher der Universität von Louisville in den USA sind der Meinung, dass es in bereits 10 Jahren möglich sein wird, ein Herz mit einem 3D-Drucker zu erschaffen.

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Aber wie genau soll das funktionieren? “Studien haben ergeben, dass Blutgefäße mit intaktem Blutfluss im Gewebe gedruckt werden können”, so Dr. Williams, einer der forschenden Wissenschaftler in einem Interview mit der “Daily Mail”. Anstelle von Plastik würden bei diesem Verfahren lebende Zellen in eine bestimmte Größe und Form gedruckt werden. Das könnte entweder in Einzelteilen passieren, die dann im Anschluss zusammengesetzt werden, oder der 3D-Drucker würde sogar das komplette Organ herstellen. Organe, wie ein Herz, wären so innerhalb weniger Stunden fertig.

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Doch wer glaubt, ein Herz, frisch aus dem Drucker, wäre sofort einsatzbereit, der irrt: Das Gewebe, die Muskeln und das Blut müssen ihre natürliche Aufgabe, anders als bei echten Organen, erst erlernen. Mit Hilfe von Kontraktionsstimulation wird das Gewebe trainiert. Mindestens eine Woche Training brauche das Herz nach Williams, bis es tatsächlich in einen Körper eingepflanzt werden könne.

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Klingt für Euch nach weit entfernter Zukunftsmusik? Deutsche Forscher an der TU Berlin backen erst mal kleinere Brötchen. Hier versucht ein Forschungsteam ein Herzklappenmodell zu drucken. Anders als bei den amerikanischen Kollegen ist dieses allerdings noch immer aus Kunststoff: “Zellen kann man zwar züchten, aber von selbst ein Organ nachbilden können sie nicht. Man muss den Zellen also sagen, in welche Form sie sich begeben sollen. Und das machen wir mit den Herzklappen aus dem 3D-Drucker.” sagte Ben Lastarm, stellvertretender Leiter des 3D-Labors gegenüber dem BR. Die angesiedelten Zellen verschmelzen im Anschluss durch Stoffwechselprozesse mit dem Kunststoffgerüst.

Ob die Berliner Methode funktioniert, ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaftler aus Louisville sind da schon ein Stück weiter: Das Forschungsteam hat bereits tatsächlich Teile von echten Herzen drucken können, allerdings waren das Herzen von Mäusen.

Fiktion oder Zukunft? Was meint Ihr? Würdest Ihr Euch ein gedrucktes Herz einsetzen lassen oder lieber auf Organspende vertrauen?

Montag, 31. März 2014