VIVA Sack & Pack: Alle Infos rund um Au Pair

  • Evelyn bereut keine Sekunde ihres Australien-Aufenthalts.

  • Diese Dinge sollten Eure ständigen Begleiter auf Reisen sein.

  • Nehmt ein gutes Buch mit, was Ihr schon immer mal lesen wolltet. Unser Tipp: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green.

  • Ein Schal kann einerseits ein Sonnenschutz sein, oder Euch vor einer fiesen Erkältung im kalten Flugzeug bewahren.

  • Nehmt einen Reiseführer mit! Niemals darauf verlassen, dass Ihr überall Internet habt.

  • Eine oder gar zwei Sonnenbrillen im Gepäck sind das A und O.

  • Nehmt ein Notizbuch mit, in das Ihr Eure Erfahrungen, Orte, Kontakte etc. schreiben könnt.

  • Ein Hut sieht immer gut aus und schützt Euren Kopf vor zu viel Sonne.

  • Heimweh kann einen immer überkommen. Nehmt deswegen etwas mit, das Euch an zuhause erinnert. Egal was!

  • Die wichtigsten Telefonnummern solltet Ihr immer griffbereit haben. Zum Beispiel um eine Kreditkarte oder Simkarte sperren zu lassen.

  • Gerade wenn Ihr viel fliegt, solltet Ihr bequeme Slip-Ons anhaben. Sonst müsst Ihr beim Security-Check immer ganz hektisch die Schuhe vom Fuß pellen.

  • Ihr wisst nicht, was Kontaktlinsenflüssigkeit in Thailand heißt? Eben. Kleine Helfer immer dabei haben!

  • Die beliebtesten Musikvideos auf VIVA

    Bei einer Familie im Ausland zu leben und deren Kids zu betreuen ist ein echtes Abenteuer. Evelyn hat dieses Abenteuer gewagt und berichtet uns davon. Hier lesen!

    Kinder in einem fernen Land betreuen und gleichzeitig den Haushalt schmeißen? Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Erfahrungen für’s Leben zu sammeln, ein Land zu erkunden und bei einer lieben Familie zu leben, die einem die Kultur des Landes näher bringt. Evelyn hat den Schritt gewagt und ein halbes Jahr Au Pair in Australien gemacht. Hier schildert sie ihre Erfahrungen aus erster Hand!

    Wieso bist Du ins Ausland gegangen? War die Entscheidung schwer?

    Schon zu Beginn der Oberstufe stand für mich fest, dass ich nach dem Abitur erst einmal “weg” wollte. Ich hatte nach 13 Jahren Schule einfach noch keine Lust, direkt ein kopflastiges Studium zu beginnen. Also begann ich in der 12. Klasse, mich intensiver mit potentiellen Ländern und Projekten zu befassen. Ursprünglich hatte ich mehr im Sinn, eine Art Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren, allerdings frustrierte mich die Suche nach geeigneten Projekten, da es nicht so einfach schien, wie ich zunächst gedacht hatte. Eher zufällig stieß ich in meiner Schule auf ein Prospekt von AIFS. Danach war die Entscheidung schnell getroffen, für mich stand fest: Es geht nach Down Under.

    Wie lief die Organisation ab?

    Ich musste unter Anderem nachweisen, dass ich mindestens 200 Stunden in der Kinderbetreuung gearbeitet und einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder absolviert hatte. Hinzu kamen die “Character Reference” von einer Respektperson, ein Schreiben vom Hausarzt über den Gesundheitszustand, ein Motivationsschreiben an die Gastfamilie und, vielleicht der spannendste Part: Ein Bewerbungsvideo. Nachdem ich alle geforderten Unterlagen zusammengestellt hatte, wurde ich von einer AIFS Mitarbeiterin zum Interview eingeladen. Das Gespräch fand auf Deutsch und Englisch statt. Danach wurde meine Bewerbung für potentielle Gastfamilien freigeschaltet. Und siehe da: Schon nach wenigen Tagen bekam ich einen Anruf. Eine Familie fragte ein “Skype-Date” an. Wie aufregend! Beim Skypen stellte sich heraus, dass die Chemie stimmte, so schnell hatte ich meine Familie und gleichzeitig Arbeitgeber für ein halbes Jahr gefunden. Danach mussten nur noch ein paar formelle Dinge geregelt werden: Ich gab mein gewünschtes Rückreisedatum an, beantragte das Visum und eröffnete ein australisches Bankkonto. Mit Hilfe des Handbuchs von AIFS ein Kinderspiel.

    >>> Alles, was Ihr über Au Pair wissen müsst, erfahrt Ihr auf der Seite von AIFS

    Was hat Dich an Australien gereizt?

    Meine Entscheidung für Australien hat sich zunächst aus praktischen Gründen ergeben. Nachdem ich das AIFS Prospekt in die Hände bekam, konnte ich mich für die Idee begeistern, zunächst als Au Pair Geld zu verdienen und anschließend eine Weile zu Reisen. Zunächst wollte in die USA, allerdings war dort nur ein ganzjähriger Aufenthalt möglich und ich wollte gerne zum Sommersemester 2013 mein Studium beginnen, also schied diese Möglichkeit aus. Daher entschied ich mich, ohne mich vorher großartig mit dem Land auseinandergesetzt zu haben, für Australien, da man dort ein halbes Jahr arbeitet und bis zu einem Jahr im Land bleiben kann. Das passt zu mir: Ich treffe meine Entscheidungen eher spontan und kann mich schnell für Dinge begeistern. So auch für Australien. Ich habe das Land wirklich lieben gelernt.

    Wie waren Deine ersten Gedanken nach der Ankunft?

    “Wow, ich bin wirklich um die halbe Welt gereist und werde hier über ein halbes Jahr verbringen!” Zunächst schien dieser Gedanke noch völlig fremd. Da ich in einer Gruppe mit anderen Au Pairs gereist bin und wir die ersten drei Tage in Sydney in einem Hostel verbrachten, um uns zu akklimatisieren, fühlte ich mich zunächst wie im Urlaub, alles war exotisch und doch so ähnlich wie Zuhause. Gleich am ersten Tag gingen wir an den Strand, ich fühlte mich wie im Paradies.

    Wie wurdest Du von deiner Gastfamilie empfangen?

    Da meine Familie weiter im Landesinneren von New South Wales lebte, flog ich nach den Orientierungstagen in Sydney weiter nach Tamworth, dort wurde ich am Flughafen abgeholt. Zunächst fühlte ich mich wie eine Austauschschülerin, alle gaben sich unglaublich Mühe. Gleich am Ankunftstag wurde ich zu einem Rugbyspiel mitgenommen, um die Mannschaft des nächstgelegenen Dorfes anzufeuern und die “Locals” kennenzulernen.

    >>> Hier findet Ihr tolle Erfahrungsberichte rund um Work & Travel

    Wie war die Arbeit mit den Kindern?

    Auf jeden Fall sehr vielfältig, gerade weil meine Kinder Oli (9 Monate), Alessia (2 Jahre) und Sybella (4 Jahre) ihrem Alter entsprechend unterschiedliche Ansprüche stellten. Ein typischer Arbeitstag begann um 7 Uhr mit dem Frühstück. Die Kinder waren gerade morgens sehr hungrig, demnach hatten meine Gasteltern und ich alle Hände voll zu tun, die kleinen Mäuler zu stopfen. Mein Gastvater war Farmer, er verließ das Haus um 7:30 Uhr und kam meist erst abends zurück. Meine Gastmutter arbeitete entweder Zuhause oder fuhr ins Büro. Ich war also tagsüber für die drei Kleinen zuständig. Oli hatte seine festen Schlafenszeiten, die es einzuhalten galt, außerdem fielen kleinere Haushaltsarbeiten an: So wusch ich die Wäsche der Kinder, hielt ihre Zimmer sauber, bereitete die Mahlzeiten zu und tat andere kleinere Dinge im Haus. Natürlich war die Arbeit auch nicht immer einfach. Kinder haben eben ihre Launen, sind manchmal müde oder haben einfach mal keine Lust, das zu tun, was man von ihnen möchte. Sie können vor Allem auch unglaublich viel Lärm machen. Für all das wurde ich aber auch immer wieder durch Lob meiner Gasteltern und kleine Erfolgsmomente entlohnt. Als Sybella, die Vierjährige nach langem Üben zum ersten Mal alleine Fahrradfahren konnte, war ich schon unheimlich stolz.

    >>> All das kann man sonst noch im Ausland tun!

    Hattest Du jemals Heimweh? Was sind Deine persönlichen Tipps dagegen?

    Das erste Mal hatte ich nach etwa nach 3 Wochen Heimweh. Dann nämlich war das euphorische Gefühl, Gast in einem fremden Land zu sein, allmählich weg und es stellte sich ein Alltagsgefühl ein. Erste kleine Konflikte traten auf, da meine Gastmutter nun erwartete, dass ich vollständig eingearbeitet sei und nun weitere Aufgaben übernehmen könne. Ich fühlte mich zunächst überfordert und meine Famile und Freunde schienen so weit weg. Aber durch Gespräche lässt sich fast alles klären. Deshalb: Probleme sollte man immer so bald wie möglich ansprechen, auch wenn das leichter gesagt als getan ist. Hinterher fühlt man sich umso besser und kann stolz auf sich sein. Es hilft auch sehr, bei Heimweh aus dem Haus zu gehen: Geht eine Runde spazieren oder joggen oder verabredet euch! Was man auf keinen Fall tun sollte: Direkt bei Mama zuhause anrufen und sich bemitleiden lassen. Menschen vor Ort können da besser helfen. Alles in allem war ich einfach zu beschäftigt, um viel Heimweh zu haben, die gelegentlichen flüchtigen Gedanken an Deutschland vergingen immer recht schnell wieder.

    Bist Du auch in Australien herumgereist?

    Nachdem ich 6 Monate gearbeitet hatte, bin ich insgesamt knapp 2 Monate gereist. Zunächst fuhr ich mit einem anderen Au Pair nach Brisbane. Von dort aus mieteten wir ein Auto und fuhren die Ostküste entlang. Unter anderem stoppten wir in Surfer’s Paradise, Noosa, Fraser Island und Bundaberg. Weiter nördlich schafften wir es leider nicht, weil wir an jedem Ort viel Zeit am Strand verbrachten. Danach fuhr ich zurück zu meiner Gastfamilie, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Von dort aus ging es weiter nach Sydney für Silvester und dann mit einem anderen Au Pair nach Tasmanien. Mein letzter Stop vor meiner Heimreise war Melbourne. Von dort aus lässt sich wunderbar ein Abstecher an die Great Ocean Road machen.

    Welchen Ort würdest Du jedem Australienreisenden empfehlen?

    Man muss auf jeden Fall Sydney und Melbourne gesehen haben. Es wird viel darüber diskutiert, welche der beiden Städte schöner sein. Dazu kann ich nur sagen: Unentschieden. Beide haben ihren ganz eigenen Charme. Die Great Ocean Road gehört auch zu meinen Top-Favoriten. Die Küstenstraße ist einfach atemberaubend, gerade wenn man selbst mit dem Mietwagen unterwegs ist und die 12 Apostel muss man einfach gesehen haben. An der Ostküste ist mein persönlicher Lieblingsort Noosa: Der Strand ist toll und die Stadt ist zwar touristisch, dennoch nicht zu überlaufen und strahlt eine gewisse Gemütlichkeit aus. Von dort empfehle ich eine Tagestour nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt. Es ist schon ein Abenteuer für sich, dort mit dem Bus herumzufahren. Nur Autos mit Allradantrieb sind dort zugelassen und selbst die haben auf den Sandwegen so manchmal ihre Schwierigkeiten. Unser Bus blieb stecken und wir mussten von einem anderen Bus befreit werden. Wir machten Halt am Lake McKenzie, dessen Wasser unvorstellbar klar und sauber ist. Nie zuvor hat Schwimmen sich so toll angefühlt! Außerdem kann man einen Spaziergang durch den Regenwald machen.

    Würdest Du sagen, dass du Freunde und Erfahrungen fürs Leben gesammelt hast?

    Definitiv! Wenn man für eine Zeit ins Ausland geht und dort arbeitet, wird man zwangsläufig mit Situationen konfrontiert, in denen man eigene wichtige Entscheidungen treffen muss. Gerade die Arbeit mit Kindern bringt viel Verantwortung mit sich. Für mich war die Zeit eine super Vorbereitung auf das Studium, da ich lernte, mit Konflikten umzugehen, Dinge anzupacken und zu organisieren. Danach tat ich mich viel leichter, von Zuhause auszuziehen. In Australien habe ich durch AIFS viele andere Au Pairs kennengelernt, mit denen ich zum Teil auch gereist bin. Zu einigen habe ich immer noch Kontakt und habe sogar eine sehr gute Freundin gefunden, mit der ich mich regelmäßig treffe. Es ist immer wieder schön, sich gemeinsam an bestimmte Stories zu erinnern.

    >>> Der VIVA Sack & Pack infiziert Euch mit dem Reisefieber. Hier gibt's alle Artikel!

    Wie hat AIFS Dich unterstützt?

    AIFS hatte immer nützliche Tipps bereit und ich hatte das Gefühl, jederzeit einen Ansprechpartner zu haben. Schon bei der Bewerbung hatte man immer eine Anleitung, an der man sich orientieren konnte. Dadurch, dass AIFS in Australien die Gastfamilen sorgfältig auswählt und man vorher die Gelegenheit hat, mit den Familien zu skypen, wird sichergestellt, dass beide Seiten sich mit der Wahl auch wohlfühlen.

    Wie war es für Dich, wieder in der Heimat anzukommen?

    Da ich im Januar zurückgeflogen bin, musste ich mich vom absoluten Hochsommer an den Winter in Deutschland gewöhnen. Das dauerte einige Zeit. Die ersten paar Tage fühlte ich mich etwas fremd im eigenen Land. Aber es war auch umso spannender, allen von meiner Reise zu erzählen. Meine Eltern haben extra alle Verwandten eingeladen, um mit mir ein zweites Mal Weihnachten zu feiern und ich konnte eine Diashow mit all meinen Bildern zeigen. Es gab aber schon direkt wieder viel für mein beginnendes Studium zu organisieren, was ebenso aufregend war. Deshalb habe ich mich schnell wieder an Deutschland gewöhnt.

    Mittwoch, 19. März 2014