Kino.to-Sperrurteil: Kommt jetzt die große Internet-Zensur nach Deutschland?

Der Europäische Gerichtshof hat erlaubt, dass Provider Seiten mit illegalen Inhalten sperren dürfen. Warum Experten jetzt aber eine Internetzensur fürchten, lest Ihr hier.

Vielleicht habt Ihr es mitbekommen, der Europäische Gerichtshof hat ein entscheidendes Urteil gesprochen, das Betreiber illegaler Filmportale betrifft. Im Kino.to-Fall entschieden die Richter, dass Provider Websites abschalten können, wenn illegale Inhalte vorhanden sind. Zum Beispiel, wie im Fall von Kino.to, Filme und Serien, die urheberrechtlich geschützt sind.

Das Urteil betrifft aber nicht nur Musik- oder Filmportale, auch Seiten mit politischer Propaganda, pornografischen Inhalten und ähnlichem könnten dadurch abgeschaltet werden. Und genau da sehen einige Experten ein großes Problem. Denn die Provider müssen selbst entscheiden, was okay ist und was nicht.

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Mal ganz davon abgesehen, dass es ein Riesenaufwand ist, jede Homepage zu prüfen, kann es da ganz schnell auch in Richtung Zensur gehen. Kölner Internetrechtsexperte Christian Solmecke sagte der Welt:

“Das Urteil bedeutet, dass wir ein gefiltertes Internet bekommen könnten – jedenfalls dann, wenn die Medienindustrie sich durchsetzt und viele illegale Webseiten auf diese Weise ausfiltern lässt.”

Es könnte also sein, dass ein Provider eine Seite sperrt, weil ihm die Inhalte nicht passen. Tschüss, Meinungsfreiheit, war schön mit dir. Seitenbesitzer und sogar Nutzer können aber gegen jede geplante Sperrung klagen. Ein großes Durcheinander steht uns also bevor.

Jetzt haben wir aber auch eine gute Nachricht für Euch: VIVA.tv bleibt garantiert online. Das ist doch mal was.

Samstag, 29. März 2014