Vom Gangsta-Rapper zum Terroristen: Deso Dogg ruft deutsche Muslime zum Kampf in Syrien auf

Einst machte er Karriere als Rapper. Jetzt hat sich der Berliner Ex-Musiker Denis Cuspert per Videobotschaft einer brutalen Terrorgruppe angeschlossen.

Bis zum Jahr 2010 konnte Deso Dogg, alias Denis Cuspert, mit seinem Gangsta-Rap kleinere musikalische Erfolge feiern. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Nun hat sich der bekennende Dschihadist der brutalen Terroreinheit “Islamischer Staat im Irak und in Syrien”, kurz “Isis”, angeschlossen, eine der gefürchtetsten und brutalsten Gruppen im syrischen Bürgerkrieg.

>>> YouTube vs. Türkei – Das Videoportal zieht wegen der Sperre vor Gericht

Das Bekenntnis

Ich gebe meine Gefolgschaft dem Befehlshaber der Gläubigen Abu Bakr al-Baghdadi, um ein Zeichen zu setzen, dass wir auf dem geraden Weg sind”, sagt der gebürtige Berliner in seiner knapp 63-minütigen Videobotschaft. Dschihadisten kämpfen für eine islamische Weltordnung, in der die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam die alleinige Bedeutung hat. In ihrer religiösen Mission schrecken sie auch vor Terrorismus und Guerilla- und Bürgerkriegen nicht zurück. In der “Isis” kämpfen tausende ausländische Dschihadisten, um in Syrien ein muslimisches Regime zu errichten.

>>> Tag der Unsichtbarkeit: 5 Dinge, die wir im Alltag oft übersehen

Dabei gehen die Mitglieder dieser Organisation besonders grausam vor: Ihren Gegner scheiden die Milizen ohne Zögern die Kehle durch, Ladenbesitzer, die zu Gebetszeiten nicht schließen, werden auf offener Straße ausgepeitscht und Dieben werden einfach die Hände abgehackt. Der in Deutschland mit Haftbefehl gesuchte Cuspert sieht das anders. Dort wo die “Isis” das Sagen hat, laufe alles “wie es sich gehört”, außerdem kümmere sich die Gruppe um die Schwachen wie Alte, Kinder und Frauen.

Dunkle Vergangenheit

Der Ex-Rapper bekennt sich in dem Video nicht nur zu der “Isis”, er fordert andere Muslime auch auf mit ihm zu kämpfen: “Dieser Staat ist euer Staat und dieser Staat wartet auf euch. Kommt in Scharen, kommt mit euren Familien. Ihr seid willkommen und euer ehrenwerter Bruder erwartet euch.” Die Videobotschaft markiert den Höhepunkt von Cusperts krimineller Karriere. Unter anderem wegen Einbrüchen, Erpressung und Totschlags wird in Deutschland nach ihm gefahndet, im Mai 2012 hatte er Ausschreitungen von Salafisten in Bonn angeführt.

Sonntag, 13. April 2014