Die Türkei steigt wegen Conchita Wurst komplett aus dem Eurovision Song Contest aus

  • 10 Dinge, die Ihr nicht über Conchita Wurst wusstet

  • Fakt1: Conchita Wurst heißt mit bürgerlichem Namen Thomas Neuwirth.

  • Fakt 2: Im Jahr 2006 belegte Conchita, damals noch als Tom Neuwirth, den zweiten Platz der österreichischen Castingshow Starmania.

  • Fakt 3: 2007 war Tom Neuwirth Mitglied der Boyband 'jetzt anders!'. Die Band trennte sich im selben Jahr ihrer Gründung.

  • Fakt 4: In der Talentshow 'Die große Chance' belegte Conchita Wurst 2011 den sechsten Platz. Dies war Toms erster Auftritt als Conchita Wurst vor großem Publikum.

  • Fakt 5: Schon 2012 wollte Conchita Wurst zum Eurovision Song Contest. Doch beim österreichischen Vorentscheid belegte sie nur Platz 2. Stattdessen fuhr das Hip-Hop-Duo Trackshittaz zum Contest.

  • Fakt 6: Bereits mit 14 Jahren zog Conchita alias Tom von zu Hause aus, um in Graz eine Modeschule zu besuchen.

  • Fakt 7: Sonntags wird es bei Conchita entspannt - da heißt es Jogginghose, Chips und Schokolade.

  • Fakt 8: Conchita Wursts Sieg beim Eurovision Song Contest ist erst der zweite für Österreich. Udo Jürgens gewann im Jahr 1966.

  • Fakt 9: Conchitas Bart ist nur zum Teil echt. Toms Naturbart wird mit Lidschatten verdichtet.

  • Fakt 10: Conchita wählte ihren Song 'Rise Like a Phoenix' aus über 90 möglichen Songs aus.

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    Im Ernst? Die Türkei will nun gar nicht mehr beim ESC mitmachen. Der Contest ist der Regierung zu schmuddelig geworden. Was genau dahintersteckt, lest Ihr hier.

    Turkey – 12 Points! – das hat man beim Eurovision Song Contest auch schon lange nicht mehr gehört. Zuletzt gewann das Land 2003 den Wettbewerb mit Glanz und Gloria, seit 2012 macht die Türkei aber nicht mehr mit. Offiziell hieß es, man sei unter anderem mit dem Bewertungssystem nicht einverstanden. Das eigentliche Problem, das der Staatssender TRT mit dem ESC hat, ist aber ein anderes. Moralischer Verfall, offene Homosexualität, alles viel zu sexy – das geht dem Premier Erdogan zugeneigten Sender zu weit.

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    Und jetzt, wo Conchita Wurst für Österreich als strahlende Siegerin aus dem Eurovision Song Contest 2014 hervorgegangen ist, ist endgültig Schluss mit lustig. Parteifreunde von Erdogan empörten sich in bissigen Kommentaren über die bärtige Dame und auch viele Zeitungen sprangen auf den Hasszug auf. Kolumnist Cengiz Semercioglu schrieb nach dem Contest in der Zeitung “Hürriyet”:

    “Stellen Sie sich mal vor: Bei einer Teilnahme der Türkei am Wettbewerb hätte der Auftritt der ‘bärtigen Dame’ ausgestrahlt werden müssen. Für uns ist die Eurovision ein für allemal erledigt.”

    Keine Eurovision mehr für die Türkei, kein Schmuddelfernsehen für’s Volk. Aber ob die Entscheider in dem Land tatsächlich die Stimme des Volkes sind? Klingt fast so, denn laut einer Umfrage aus dem Jahr 2012 wollten noch neun von zehn Türken keinen Homosexuellen als Nachbarn haben, schreibt der Tagesspiegel.

    Trotzdem befindet sich Europa im Wandel. Das zeigt sich an Russland, das mit seinem absurden Gesetz gegen homosexuelle Propaganda nicht gerade das Vorzeigeland für Gleichberechtigung ist. Auch wenn die Regierung zur Jagd auf Schwule aufruft, ist Conchita Wurst mit ihrem Song Rise Like A Phoenix Platz eins der russischen iTunes-Charts gelandet. Das macht Hoffnung, dass irgendwann ein als Frau verkleideter, bärtiger Mann nicht mehr solche schrecklichen Diskussionen hervorruft.

    Mittwoch, 14. Mai 2014