Wird Europa rechts? Erschreckend viele Stimmen für rechtspopulistische Parteien bei der Europawahl

In vielen Ländern haben rechte Parteien extrem viele Stimmen geholt. Auch in Deutschland ist die europafeindliche AfD mit einem Paukenschlag ins Europaparlament gewählt worden. Baden wir bald in einer braunen Suppe?

Die Euroäer haben keine Lust auf Europa. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man sich das Wahlergebnis der Europawahl 2014 ansieht. In vielen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, haben die Wähler erschreckend oft ihr Kreuz bei europakritischen oder sogar rechtsextremen Parteien gemacht. Die Parteien, die eher in der Mitte angesiedelt sind, haben Punkte verloren. Wenn man sich die Wahlergebnisse in den einzelnen Ländern ansieht, kamen rechtsorientierte und populistische Parteien auf rund 18 Prozent. Das heißt, dass ungefähr jeder fünfte Abgeordnete im zukünftigen Europaparlament stark nach rechts oder links tendiert oder anderweitig populistische Ansichten vertritt.

Vor allem der Streit um die Zuwanderung von Flüchtlingen hat den Rechten scharenweise Wähler in die Arme getrieben. Besonders deutlich wurde das in Frankreich. Da hat die rechtsextreme Front National um Marine Le Pen einen krassen Sieg gefeiert. Rund 26 Prozent der Wähler gaben der FN ihre Stimme. Bei der letzten Europawahl vor fünf Jahren waren es gerade mal 6,3 Prozent.

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Auch in Großbritannien hat Rechtspopulist Nigel Farage mit seiner europafeindlichen Partei Ukip die Wähler auf seine Seite gezogen. Nach vorläufigen Ergebnissen bekam sie rund 29,5 Prozent der Stimmen, bei der Europawahl 2009 waren es noch 16,5 Prozent gewesen. Und in Deutschland zeith mit der eurokritischen “Alternative für Deutschland” eine Partei ins Europaparlament ein, die im Wahlkampf für ihr absurdes Wahlprogramm lächerlich gemacht wurde. Allem Spott zum trotz erreichte die AfD jetzt rund 7 Prozent.

Aber warum haben Extreme gerade so einen Zulauf? Das liegt vor allem am Frust über die Verbürokratisierung der EU und an der schlechten Wirtschaftslage. Wer keine Arbeit hat, wählt tendenziell eher konservativ bis rechts. Harte Sparprogramme auf der einen Seite und die Angst vor Zuwanderern auf der anderen lassen die Bürger im Zweifel die Parteien wählen, die versprechen, die Grenzen wieder undurchlässiger zu machen. Gruselige Aussichten. Hoffen wir, dass sich der Rechtsruck nicht weiter fortsetzt. Wir wollen Eure Meinung hören! Macht mit bei unserer Umfrage.

Montag, 26. Mai 2014