Eine Modestrecke in Indien verharmlost Massenvergewaltigungen

    Der indische Fotograf Raj Shetye hat für seine Modestrecke ein Setting gewählt, das stark an eine Vergewaltigung im Bus erinnert. Hier erfahrt Ihr mehr.

    Unter vielen Modefotografen ist Provokation ein beliebtes Stilmittel. Der Starfotograf Terry Richardson z.B. inszeniert seine Models gerne als minderjährige Sexluder, die deutsche “Vogue” verkleidet Models in einer Modestrecke als Obdachlose, und das “Vice Magazin” hat für ein Fashionfeature die Selbstmorde bekannter Persönlichkeiten nachgestellt.

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    Der indische Modefotograf Raj Shetye legt jetzt noch eins drauf und hat für seine aktuelle Fotostrecke ein Setting gewählt, das provokanter nicht sein könnte.Auf Shetyes Fotos sieht man ein luxuriös gekleidetes Model, das in einem Bus von einer Gruppe Männer belästigt wird.

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    Natürlich zeigen die Bilder keine direkte Gewalt, die Szenen wirken aber keineswegs harmlos: Das Model wird festgehalten und zu Boden gedrückt. Kaum online, löste die fragwürdige Modestrecke einen Shitstorm auf Twitter aus. Viele User erinnern die Fotos an den schrecklichen Vorfall in Delhi, bei dem ein Mädchen in einem Bus von mehreren Männern vergewaltigt wurde und daraufhin an ihren Verletzungen starb.

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    Der Fotograf selbst kann die Aufregung um seine Bilder nicht nachvollziehen. Er habe mit dieser Modestrecke auf die Unterdrückung der Frau in Indien aufmerksam machen wollen, sagte er in einem Interview mit der amerikanischen Huffington Post. Ob eine glamouröse Modestrecke dafür das richtige Hilfsmittel ist, wagen wir jetzt mal zu bezweifeln. Was meint Ihr?

    Freitag, 08. August 2014