Darum ist es Zeit, die "Ice Bucket Challenge" in den Social Media-Himmel zu schicken

Der "Ice Bucket Challenge" geht langsam die Puste aus. Spenden solltet Ihr trotzdem weiter.

Sie hat Millionen für einen guten Zweck eingebracht und ein Bewusstsein für eine Krankheit geschaffen, die sonst weitgehend außerhalb des gesellschaftlichen Bewusstseins bleibt und Betroffene und Angehörige verzweifelt zurücklässt. Trotzdem ist es Zeit, die “Ice Bucket Challenge” nun langsam in den Social Media-Himmel zu schicken, in dem auch andere Internet-Phänomene, wie die “Bier-Challenge” oder der “Harlem Shake” ihren Frieden gefunden haben.

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Wieso wir dieser Meinung sind? Es gibt gleich mehrere Gründe, warum der “Ice Bucket Challenge” so langsam die Puste ausgeht. Zunächst einmal hat sich die Aktion von einer genialen Spendenidee zu einer gefährlichen Plattform für Selbstdarsteller entwickelt. Mit immer verrückteren Aktionen versuchen die Teilnehmer mittlerweile aus der Masse an Challenges herauszustechen und das kann richtig gefährlich werden. So gefährlich, dass die “Ice Bucket Challenge” jetzt vielleicht sogar ihr erstes Todesopfer zu beklagen hat. Nach Angaben der „Western Daily Press" stürzte sich der 18-jährige Cameron Lancaster in Schottland in den Tod, weil er im Rahmen der Challenge von einem Felsen in einen See gesprungen war. Noch ermittelt jedoch die Polizei, ob der Junge tatsächlich infolge des Internet-Hypes gestorben ist.

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Zudem stellt sich die Frage, ob auch wirklich so viel gespendet wird, wie sich Eiswasser über den Kopf gekippt wird. Vielmehr erwecken die zahllosen Videos den Eindruck, als diene die Challenge mittlerweile mehr der Selbstdarstellung ihrer Teilnehmer als den Betroffenen selbst. Zwar konnte die amerikanische "ALS Association" seit Beginn der Aktion bereits 79,7 Millionen Dollar sammeln, für die deutsche ALS-Forschung ist trotz großer deutscher Promi-Beteiligung aber nur ein relativ kleiner Betrag von 59.000 Euro bei der "Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke" eingegangen. Der Grund? Die meisten Teilnehmer verweisen direkt auf die amerikanische Spendenseite. Davon hat die deutsche ALS-Forschung und damit auch die Erkrankten hierzulande aber erst mal nichts.

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Und zuletzt muss man sich die Frage stellen, wer jetzt eigentlich die zahlreichen Opfer anderer Krankheiten, wie dem Ebola-Virus unterstützt, die in Afrika momentan zu Tausenden an dieser Krankheit sterben. Spenden für andere Erkrankungen werden derzeit stark vernachlässigt. Gerade bei uns ist das Interesse für die Bekämpfung des Virus’ nicht groß genug. Sollte man dafür nicht auch eine Internet-Challenge starten?

Die “Ice Bucket Challenge” hat viel Gutes ereicht und getan. Gerade deshalb sollte Schluss damit gemacht werden, bevor die Spendenkampagne zur einem Nazissmus-Zirkus verkommt.

Trotzdem ist es wichtig weiterhin für solche Projekte zu spenden und nicht zu vergessen, dass es da draußen viele Leute gibt die Eure Hilfe brauchen. Unten findet Ihr eine Auswahl von Spendenorganisationen, die sich für verschiedene Leiden auf der ganzen Welt stark machen.

Ärzte Ohne Grenzen
Die Welthungerhilfe
Unicef
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke
Ambulanz für ALS der Charité
Deutsche AIDS-Stiftung
Diakonie Katastrophenhilfe
Junge Helden

Dienstag, 26. August 2014