Geht das zu weit? - Darum fälschte die US-Polizei den Facebook-Account dieser Frau

    Nachrichten, Freundschaftsanfragen und sogar private Fotos postete ein Ermittler im Namen von Sondra Arquiett und das alles ganz legal. Die ganze Geschichte, erfahrt Ihr hier.

    Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Facebook-Profil von Sondra Arquiett nicht von den Millionen Profilen, mit denen US-Bürger in dem sozialen Netzwerk registriert sind: Fotoalben zeigen sie mit ihrem Sohn und ihrer Nichte, Statusmeldungen und die Angabe über die zuletzt besuchte Schule sind dort zu finden. Trotzdem besteht ein riesiger Unterschied zwischen Sandras Profil und denen ihrer Landsleute, denn die junge Frau hat sich niemals bei Facebook angemeldet. Und so war Sondra Arquiett, die damals noch Sondra Prince hieß, extrem überrascht, als ein Freund sie auf ihre neues Profil ansprach.

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    Was war passiert? Nach Informationen von BuzzFeed war die alleinerziehende Mutter im Jahr 2010 verhaftet worden, weil sie durch ihren Ex-Freund in die Geschäfte eines Drogenringes verwickelt worden war. Nachdem die Polizei sie auf Bewährung entlassen hatte, kreierte ein Ermittler der Drogenfahndung, der Drug Enforcement Administration, diesen Fake-Account, um mit vermutlichen Drogendealern in Kontakt zu kommen. Um das Fake-Profil möglichst glaubwürdig erscheinen zu lassen, schreckte der DEA-Beamte auch nicht vor privaten Handy-Fotos der jungen Mutter zurück: Ein Bild zeigt Sondra leicht bekleidet und breitbeinig auf einem weißen BMW sitzend, ein anderes zeigt sie mit ihrem kleinen Sohn und ihrer Nichte.

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    Das dürfen die nicht, denkt Ihr Euch jetzt? Doch – denn was jedem Internetnutzer einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt, ist in den USA offenbar völlig legal. Das musste die mittlerweile 28-jährige Sondra nach Informationen von BuzzFeed nun feststellen, als sie den Beamten wegen Verletzung der Intimsphäre und Gefährdung ihrer Person für seinen Fake-Account anklagte. Das Urteil ist eindeutig: Da der Beamte im Rahmen einer andauernden Untersuchung gehandelt habe, sei der Fake-Account sowie die Nutzung der privaten Fotos völlig legal!

    Sondra ist mittlerweile zu fünf Jahren Bewährung verurteilt worden, ihr Fake-Profil ist allerdings noch immer auf Facebook zu finden, öffentlich und für jedermann aufrufbar. Zwar sei der Fake-Account nach Angaben eines offiziellen Sprechers von Facebook laut der Nutzungsbedingungen “nicht erlaubt”, aber auch Facebook sieht offenbar keine Notwendigkeit darin, das gefälschte Profil nach über vier Jahren endlich einmal zu löschen.

    Dienstag, 07. Oktober 2014