10 Gründe, warum wir die Pegida-Bewegung für gefährlich halten

  • Die Pegida-Bewegung sollte jeden von uns beunruhigen.

  • 1.) Die Pegida-Bewegung tarnt Fremdenhass als Systemkritik und gewinnt auf diese Weise auch Anhänger, die nicht der rechten Szene angehören.

  • 2.) Vorurteile gegen Asylbewerber oder Muslime sind auch unter Menschen, die sich nicht der rechtsextremen Szene zugehörig fühlen, weit verbreitet, vor allem in Krisenzeiten. Die Pegida-Bewegung macht sich diese Vorurteile zunutze und schafft ein falsches Feindbild für die Ängste der Bevölkerung.

  • 3.) Finde den Fehler: Sachsen hat einen Ausländeranteil von gerade mal 2,2 Prozent. Trotzdem ist die Pegida-Bewegung in Dresden am stärksten ausgeprägt.

  • 4.) Die Pegida-Anhänger unterscheiden nicht zwischen Muslimen und Salafisten (Extremisten). Der Einfachheit halber wird hier alles schön in einen Topf geworfen. Extremistische Ausrichtungen gibt es, nur mal am Rande bemerkt, übrigens in allen Weltreligionen, u.a. auch im Christentum.

  • 5.) Pegida-Anhänger bezeichnen Medien, die diesen neuen Rechtspopulismus nicht gutheißen, als Lügenpresse. Das Totschlagargument schlechthin, wenn man sich nicht kritisch mit einem Thema auseinandersetzen möchte. Zumal der Begriff "Lügenpresse" auch schon im Nationalsozialismus benutzt wurde und das sollte uns doch zu denken geben.

  • 6.) Eine Studie der TU Dresden hat jetzt den typischen Pegida-Demonstranten untersucht: Er entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet und berufstätig. Das heißt also, eine neue Art des Rechtspopulismus macht sich in Deutschlands Mittelschicht breit. Eine Entwicklung, die jeden von uns beunruhigen sollte.

  • 7.) "Besorgte Bürger", "patriotische Europäer": Die Pegida-Bewegung hüllt ihre eigentlichen Beweggründe in schöne Worthülsen, um darüber hinwegzutäuschen, dass sie Fremdenhass propagiert.

  • 8.) Als Flüchtling in Deutschland hat man es schwer: Man wird monatelang in überfüllte Turnhallen gepfercht, darf sich nicht weiterbilden (geschweige denn die Sprache lernen) oder arbeiten und erfährt erst nach absurd langen Wartezeiten, ob man überhaupt bleiben darf oder nicht. Ob die Anhänger der Pegida-Bewegung sich damit schon einmal auseinandergesetzt haben? Wir fürchten nicht.

  • 9.) Die Pegida-Bewegung macht sich die gesellschaftliche Angst vor Umbrüchen zunutze und erschafft ein falsches Feindbild: den bösen Migranten. Warum richten die Pegida-Anhänger ihre Wut denn nicht mal gegen den Lobbyismus in der Politik, der Banken und Großkonzerne reicher und uns immer ärmer macht? Ach nee, da müsste man ja selber denken.

  • 10.) Immer wieder hört man den Spruch: "Aber so viele Demonstranten können doch nicht alle danebenliegen. Da muss doch was dran sein." Nein, muss es nicht. Nur, weil sich viele Menschen für eine Sache einsetzen, heißt es nicht, dass sie richtig ist. Stichwort Nationalsozialismus.

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    Als “patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” sehen sich die Pegida-Anhänger und neben rechtsgerichteten Hooligans und Neonazis marschieren hier auch viele Menschen mit, die nicht der rechten Szene entstammen. Gut ausgebildete Mittelständler mit Job z.B., wie eine Studie der TU Dresden unlängst zeigen konnte.

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    Montag, 19. Januar 2015